ReviewDynamit

Band
KATATONIA 
Kategorie
Dynamit 
Heft
RH #349 
Titel
The Fall Of Hearts 
Erscheinungsjahr
2016 
Note
8.5 

Peaceville/Edel (67:30)
„The Fall Of Hearts“ ist wie ein Korallenriff - man muss unter die etwas unscheinbare Wasseroberfläche tauchen, sich ganz darauf einlassen, um die erhabene Schönheit in ihrer ganzen Pracht wahrnehmen zu können. Bei den ersten, zaghaften Tauchversuchen ist man noch geneigt zu denken: „Ganz gute Platte, aber irgendwie ein bisschen gleichförmig“, doch wenn man tief genug hinabgeschnorchelt ist, entfaltet sich plötzlich ein betörender Farbenzauber. Schon im atemberaubenden Opener ´Takeover´ sind sämtliche Feinjustierungen erkennbar, die die neue, zehnte Platte hörbar besser als den Vorgänger „Dead End Kings“ machen. KATATONIA dekorieren ihre Unterwasserlandschaften stärker als in der Vergangenheit mit Anleihen bei Tool und Opeth und wildern verstärkt in Progrock-Gefilden. Gesang und Gitarren sind meisterhaft und gleichberechtigt miteinander verzahnt, Drummer Daniel Moilanen erschließt den Schweden völlig neue rhythmische Möglichkeiten, und trotz aller Komplexität wuchern die Songs mit Ohrwurmmelodien. ´Serein´, ´Old Heart Falls´ und ´Sanction´ sind makellose, fast schon erhebende Düster-Hits völlig ohne bräsige Trauerweiden-Klischees, das monumentale ´Serac´ verbindet die metallischen Klanggemälde eines Mikael Åkerfeldt mit den Groove-Geniestreichen eines Adam Jones, und mit ´Last Song Before The Fade´ wachsen die Korallenriffs von KATATONIA und Opeth endgültig und mit faszinierendem Ergebnis ineinander. Was für ein grandioses Naturschauspiel!


Michael Rensen 8.5

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