ReviewDynamit

Band
BLOOD CEREMONY 
Kategorie
Dynamit 
Heft
RH #347 
Titel
Lord Of Misrule 
Erscheinungsjahr
2016 
Note
8.0 

Als „sehr englisches Album“ bezeichnet Sean Kennedy, Gitarrist der KanadierInnen BLOOD CEREMONY, die vierte Platte „Lord Of Misrule“, und das Label haut die Namen Shocking Blue (die indes aus Holland kamen) und Deep Purple raus. Wobei Alia O´Brien, nach wie vor für Vocals, Flöte sowie Orgel verantwortlich, und ihre Hintermänner mittlerweile endgültig den Eindruck erwecken, sich im Drogen-Pop der späten Sechziger und psychedelischen Folkrock der frühen Siebziger am wohlsten zu fühlen, denn da liegen nach fast zehn Jahren Band-Geschichte aktuell die größten Stärken, ´Loreley´, ´Half Moon Street´, ´Things Present, Things Past´ und vor allem das unwiderstehliche ´Flower Phantoms´ mit The-Pretty-Things-Schlagseite zeugen davon. Die andere Hälfte, bestehend aus „gewöhnlicheren“ Vintage-Rock-Kompositionen, die zudem nicht ganz das Zwingende der Songs vor allem der direkten Vorgänger „Living With The Ancients“ und „The Eldritch Dark“ versprühen, kann da tatsächlich nicht (mehr) richtig mithalten, was „Lord Of Misrule“ wie eine Art Übergangsalbum klingen lässt, auf dem man sich noch nicht so richtig traut, das „hart Rockende“ komplett hinter sich zu lassen. Dass BLOOD CEREMONY nach wie vor nahezu die komplette Genre-Konkurrenz in den Sack stecken, ist aber selbst in den austauschbareren Momenten der Platte offensichtlich, die Canucks funktionieren einfach als Band und Einheit - und sie dienen immer noch als großartige Animation, als Anreiz, sich z.B. durch den kompletten ollen Vertigo-Swirl-Katalog zu arbeiten oder sogar noch Hardrock-Ferneres wie Fairport Convention, Steeleye Span oder The Incredible String Band zu entdecken. Apart!


Boris Kaiser 8.0

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