ReviewDynamit

Band
MANTAR 
Kategorie
Dynamit 
Heft
RH #347 
Titel
Ode To The Flame 
Erscheinungsjahr
2016 
Note
8.0 

In Hamburg sagt man Tschüss? Am Arsch! MANTAR, das Duo (!), das mit seinem 2014er Albumdebüt „Death By Burning“ zu einem der größten Hoffnungsträger des Extrem-Metal-Undergrounds avanciert ist, fängt gerade erst so richtig an und schreckt auch nicht vor gewaltigen Schritten (Nuclear-Blast-Deal!) zurück. Warum sollten sie auch, wenn sie von ihrer Musik überzeugt sind, einer nach wie vor durchaus durchdachten, dabei trotzdem vor allem nach Bauch klingenden Melange mit den Zutaten Doom, Sludge, Black und Death in gleichen Teilen, die man irgendwo zwischen Totenmond und Celtic Frost (mit Vocals, die immer wieder an Holy Moses zu „Terminal Terror“/„Reborn Dogs“-Zeiten erinnern) platzieren kann, die aber dennoch stets einen eigenen Stallgeruch verbreitet, der latent süchtig macht? Kollege Bittner bemängelte beim Erstling noch den Jam-Charakter und den Mangel an „richtigen“ Songs, „Ode To The Flame“ ist nun tatsächlich griffiger und nicht nur auf die Live-Interpretation zugeschnitten, ohne in irgendeiner Form „kommerziell“ (was auch immer das heute bedeutet...) anzumuten. Als Hipster-Hit der Platte entpuppt sich dabei ´Era Borealis´ mit seiner genialen Macht-man-nicht-Zeile „This is death über alles!“, das die Situation in der Elite-Disko tatsächlich eskalieren lassen dürfte, irgendwann nach Bölzers ´Entranced By The Wolfshook´ und MGLAs ´Exercises In Futility II´. Diese, ähem, Anmut besitzt natürlich nicht jeder der zehn Tracks, ich tippe aber trotzdem auf 14 Trilliarden verkaufter LPs.


Boris Kaiser 8.0

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