ReviewDynamit

Band
METAL CHURCH 
Kategorie
Dynamit 
Heft
RH #347 
Titel
XI 
Erscheinungsjahr
2016 
Note
8.0 

Kann irgendjemand, und das schließt olle METAL CHURCH-Die-hards mit ein, die Diskografie der Band von sagen wir mal 1999, also „Masterpiece“, bis 2013, also „Generation Nothing“, fehlerfrei aufsagen? Also, ich nicht, denn auch wenn ich mich an keinen kompletten Rohrkrepierer erinnern kann, hat kein Album dermaßen nachhaltig Eindruck hinterlassen, dass man es noch mal hervorkramen wollte, am ehesten wohl tatsächlich „Generation Nothing“. Die Wiedervereinigung mit Ex-Sänger Mike Howe im Vorfeld von „XI“ hat nun aber mächtig Staub aufgewirbelt, zu gut war die Endachtziger/Frühneunziger-Trilogie „Blessing In Disguise“, „The Human Factor“ und „Hanging In The Balance“, es gibt ja sogar Leute, die lassen für diese Platten „Metal Church“ und „The Dark“ ohne mit der Wimper zu zucken links liegen. Die Frage lautet also natürlich in erster Linie: Schaffen es die US-Metaller, mit „XI“ an ihr gewaltiges Erbe anzuknüpfen? Die Antwort ist simpel und im ersten Moment vielleicht auch ein wenig desillusionierend: Nein, sie schaffen es nicht - zumindest nicht ganz. Allerdings ist die Kombination aus Kurdt Vanderhoofs Signature-Riffs und Mike Howes immer noch hervorragender Schneideisen-Stimme nach wie vor mitreißend genug, um für genügend Killer-Momente zu sorgen, die METAL CHURCH locker eine Liga über dem üblichen Power-Metal-Durchschnitt ansiedeln, das ändert noch nicht mal die tendenziell mumpfige Geht-so-Produktion. Bei einer Spielzeit von gut 58 Minuten haben sich ein paar echte Langweiler eingeschlichen (´Killing Your Time´, ´Needle & Suture´, ´Blow Your Mind´), anderes nimmt dagegen ziemlich schnell gefangen, z.B. der nur im ersten Moment spröde Opener ´Reset´, das variable ´Signal Path´, das wüste ´Suffer Fools´ sowie ganz vorne die „The Human Factor“-Anknüpfung ´Sky Falls In´ (bester Song des Albums!). Macht summa summarum ´ne amtliche halbe C-90-Playlist, für die man sich auch direkt nach „Hanging In The Balance“, 1994 oder 1995, nicht hätte schämen müssen. Chapeau? Na ja: Chapeauchen.


Boris Kaiser 8.0

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