ReviewDynamit

Band
DESERT MOUNTAIN TREE 
Kategorie
Dynamit 
Heft
RH #346 
Titel
Either That Or The Moon 
Erscheinungsjahr
2016 
Note
7.5 

Wenn das Wörtchen „Desert“ im Bandnamen steckt, ist die Ausrichtung ja eigentlich glasklar. Im Falle dieses Londoner Trios steckt neben den obligatorischen Psych-, Garagen- und Stoner-Referenzen allerdings auch eine gewaltige Portion Postpunk und Indie Rock im Soundmix. Derartige Mixturen kannte man früher von Warrior Soul, die allerdings wesentlich saftiger zur Sache gingen und mit Kory Clarke einen Sänger präsentierten, der sich selbst als giftiger Avantgarde-Punk sah. So weit gehen DESERT MOUNTAIN TRIBE dann doch nicht. Der Gesang des Longplayers ist eher lakonisch zu nennen (Robert Smith von The Cure lässt grüßen) und versinkt absichtlich in einem treibenden Klangkosmos, der mit ausufernden Effekten und fetten Gitarren-Breitwänden das Trommelfell verwöhnt. DESERT MOUNTAIN TRIBE haben ein verdammt gutes Händchen für diese schwierig zu bestellende Spielwiese. Die gelegentlichen Keyboards kommen gut dosiert an der richtigen Stelle, das Tamburin motzt den Rhythmus-Drive auf, und die verzweifelten Melodien schimmern regelmäßig und deutlich durch die Soundwand. So entsteht ein homogenes Album, das bis zum letzten Atemzug spannend bleibt und in Sachen Intensität mit der letzten Sólstafir mithalten kann.


Holger Stratmann 7.5

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