ReviewDynamit

Band
RICKY WARWICK 
Kategorie
Dynamit 
Heft
RH #346 
Titel
When Patsy Cline Was Crazy... 
Erscheinungsjahr
2016 
Note
9.0 

Es ist wohl RICKY WARWICKs irischem Dickschädel zu verdanken, dass er es tatsächlich geschafft hat, gleich zwei Soloalben, „When Patsy Cline Was Crazy & Guy Mitchell Sang The Blues“ sowie „Hearts On Trees“, die in ihrer stilistischen Ausrichtung grundverschieden sind und die er zusammen mit seinem Freund Sam Robins geschrieben hat, zu veröffentlichen. Das notwendige Kleingeld für die Aufnahmen verschaffte er sich mithilfe einer Crowdfunding-Kampagne, ehe inzwischen beide Alben an ein Label lizensiert und so einem größeren Publikum zugänglich gemacht wurden. „When Patsy Cline Was Crazy & Guy Mitchell Sang The Blues“ präsentiert die rockige Seite des Thin-Lizzy- und Black-Star-Riders-Frontmanns und macht schon mit dem furiosen Eröffnungstriple ´The Road To Damascus Road´, ´Celebrating Sinking´ und dem Titelstück klar, dass es sich keinesfalls um Ausschussware handelt, sondern um Tracks, die auch auf dem letzten Black-Star-Riders-Album zu den stärksten gehört hätten. Unterstützt von einer Kernband, mit der er diese Songs demnächst zumindest auf englischen Bühnen präsentieren wird, und einer Armada hochkarätiger Gastmusiker, wurde das Album in L.A. eingespielt, während die Akustik-Scheibe „Hearts On Trees“ in Irland im Homestudio von Def-Leppard-Sänger Joe Elliott entstand und die melancholische Seite Warwicks zum Vorschein bringt. Im Gegensatz zum größtenteils hart rockenden „When Patsy Cline Was Crazy...“ (sieht man von der tollen Americana-Nummer ´That´s Where The Story Ends´ ab) dominieren diesmal die leisen Töne, traurige Balladen folgen auf fröhliche irische Traditionals, die Geschichten von der Insel erzählen. Ob es fiktive oder tatsächliche aus dem Leben des Protagonisten sind, spielt dabei keine Rolle, denn auch wenn ich mich wiederhole: Es gibt momentan nicht viele Songwriter, die Warwick das Wasser reichen können. Dass es keiner großen Fantasie bedarf, sich die swingende Akustik-Nummer ´82´ mit Vocals von Neil Diamond vorzustellen, spricht für sich.


Thomas Kupfer 9.0

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