ReviewDynamit

Band
BARONESS 
Kategorie
Dynamit 
Heft
RH #344 
Titel
Purple 
Erscheinungsjahr
2015 
Note
8.0 

Abraxxan Hymns/Universal (42:53)
BARONESS haben drei Jahre gebraucht, um sich von dem schweren Busunfall zu erholen, bei dem sich Basser Matt Maggioni und Drummer Allen Blickle so schwer verletzten, dass sie die Band schließlich verließen. Die Frontmänner John Baizley und Pete Adams gingen zwar schon nach einigen Monaten wieder mit einem neuen Rhythmus-Duo auf Tour, das Verarbeiten des traumatischen Crashs brauchte allerdings deutlich länger und findet seinen Abschluss erst auf dem neuen Album, das als Referenz an die zahlreichen davongetragenen Blutergüsse „Purple“ heißt. Die Scheibe ist nicht nur textlich, sondern auch musikalisch ein Befreiungsschlag. Noch nie klangen BARONESS so facettenreich und deckten ein derart großes emotionales Spektrum ab. Die Epic-Metal-Elemente im Opener ´Morningstar´ setzen genauso große Ausrufezeichen wie die monströs groovenden Gitarren in ´Try To Disappear´, mit ´Shock Me´ und ´Kerosene´ haben die Amerikaner zwei lupenreine Hits auf der Pfanne, das wunderschöne Instrumental ´Fugue´ lässt den Hörer genau zum richtigen Zeitpunkt durchschnaufen, bevor mit ´Chlorine & Wine´ und ´If I Have To Wake Up (Would You Stop The Rain?)´ zwei sich immer weiter steigernde Kopfkino-Blockbuster für begeisterte Maulsperren sorgen. Der bandtypische Mix aus brodelndem Alterna Rock, leicht verwaschenem Sludge Metal und progressivem Wolken-um-die-Ecke-Schieben ist so weit verfeinert worden, dass der Georgia-Vierer trotz aller Räudigkeit meist sehr elegant auf den Punkt kommt und mittlerweile schneller ins Ohr geht als die klangverwandten, aber herberen Mastodon. Welcome back, boys!


Michael Rensen 8.0

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