ReviewDynamit

Band
SAXON 
Kategorie
Dynamit 
Heft
RH #342 
Titel
Battering Ram 
Erscheinungsjahr
2015 
Note
8.5 

UDR/Warner (40:21)
Auch wenn rückblickend die eine oder andere SAXON-Platte bei ihrem Erscheinen in unserem Magazin möglicherweise ein wenig zu euphorisch bewertet wurde, kann man nicht oft genug betonen, dass Biff Byford (v.) und seine Mannen seit Jahrzehnten eines DER Aushängeschilder für starken, kompromisslosen Heavy Metal überhaupt sind. SAXON sind eine der wenigen NWOBHM-Bands, an denen der Zahn der Zeit wenig bis überhaupt nicht genagt hat, und ihr neues Album ist ihr bester Output in mindestens dieser, wahrscheinlich auch der letzten Dekade. Gewagte, streitbare Aussage? Vielleicht. Aber: „Battering Ram“ strotzt nur so vor starken Gitarren- und Gesangsmelodien, cleveren Songtexten, die neben den üblichen Heavy-Metal-Klischees auch mal urbane Legenden (´Devil´s Footprint´) oder Konzerteindrücke (Titelsong) aufgreifen, und treibenden Einlagen der Rhythmusfraktion. Vor allem das Schlagzeugspiel ist angesichts der Tatsache, dass Drummer Nigel Glockner vor weniger als einem Jahr dem Sensenmann nur knapp von der Schippe gesprungen ist, als er sich wegen eines Hirn-Aneurysmas einer Notfalloperation unterziehen musste, ziemlich beachtlich. Der Mann hat einen Punch, von dem sich viele Schlagzeuger, die deutlich jünger sind, gerne eine Scheibe abschneiden dürfen. Dass Biff ein großartiger Sänger ist, dürfte ohnehin an niemandem vorbeigegangen sein, und auch die Saitenfraktion macht einen mehr als nur bodenständigen Job. Bedenkt man dann noch, dass „Battering Ram“ mit einer Produktion versehen wurde, mit der man, ähem, Wände einreißen könnte, gibt´s eigentlich kaum einen Punkt zur Kritik. Stark!


Jens Peters 8.5

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