ReviewDynamit

Band
KILLING JOKE 
Kategorie
Dynamit 
Heft
RH #342 
Titel
Pylon 
Erscheinungsjahr
2015 
Note
8.5 

Spinefarm/Universal (57:10)
Die Zeiten, in denen KILLING JOKE eine unberechenbare Künstlergang waren, sind zum Glück vorbei. Mit „Pylon“ legt das Quartett das dritte Album in Folge in Original-Besetzung vor und knüpft auch konzeptionell an starke Alben wie „Absolute Dissent“ und „MMXII“ an. Inspirationen für düstere, zynische Polit-Lyrics dürfte Jaz Coleman in der Nachrichtenwelt von heute wohl zuhauf gefunden haben. So klingt das spannende ´New Cold War´ wie ein musikalischer Kommentar zur Ukraine-Krise, und das locker groovende ´War On Freedom´ verheißt, ein Soundtrack für die nächste Demo gegen den Überwachungsstaat zu werden. „Pylon“ genießt die Zutaten aller großen KILLING JOKE-Alben: pumpende Bassläufe von Youth, feine, halbakustische Melodien von Geordie Walker, treibendes, reduziertes Schlagzeugspiel von Paul Ferguson und der bekannt mühelose, harmonische Gesang von Jaz Coleman, der noch ein paar Samples und Soundscapes in den Raum fliegen lässt. Von Altersmüdigkeit keine Spur, KILLING JOKE legen lieber das kompromissloseste Album ihrer Karriere vor. Mit Songs wie ´Autonomous Zone´, ´Delete´ oder ´Dawn Of The Hive´ begibt man sich mit schweren, simplen, aber umso hypnotischeren Riffs mal wieder in den Heavy-Metal/Industrial-Kosmos. Die Songs sind diesmal bewusst einfach und unkompliziert, was angesichts vieler Veröffentlichungen, die partout nicht auf den Punkt kommen, eine echte Wohltat ist. Große Melodien finden sich trotzdem jede Menge, am ehesten sticht ´Big Buzz´ heraus. Anbiedern müssen sich KILLING JOKE aber eh nicht mehr, und das ist gut so.


Holger Stratmann 8.5

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