ReviewDynamit

Band
QUEENSRYCHE 
Kategorie
Dynamit 
Heft
RH #341 
Titel
Condition Hüman 
Erscheinungsjahr
2015 
Note
8.0 

Century Media/Universal (53:26)
Niemand, zumindest kein alter QUEENSRYCHE-Fan, wird bestreiten, dass Ex-Crimson-Glory-Stimme Todd La Torre der Truppe mit seinem Einstieg 2012 neue Power injiziert hat. Dass der sehr starke Platten-Einstand „Queensryche“ von 2013 trotzdem kaum Spuren in der „Szene“ hinterlassen hat, ist dementsprechend sehr schade, allerdings auch nicht wirklich wegzudiskutieren, schließlich zockt aktuell noch nicht mal die Band selbst (zumindest auf Festivals) ´nen Song davon. Dennoch stellt auch „Condition Hüman“, der clever betitelte Nachfolger, mehr dar als lediglich einen halbgaren Aufhänger, um die nächste Old-School-Tour durchzuziehen. Und irgendwie ist gerade das ein wenig tragisch, man wünschte QUEENSRYCHE, dieser Ende der Achtziger quasi ALLES überragenden Band, wieder etwas mehr Selbstbewusstsein. Klar, nicht jedes Stück auf „Condition Humän“ erreicht die Qualität des Materials der frühen Jahre (also von der ersten EP bis zum 1990er „Empire“), ´Eye9´, ´Hourglass´ und sogar den überlangen, das Album abschließenden Titelsong nimmt man als Fan mit, ohne wirklich zu eskalieren. Anderes, die Bombast-Ballade ´Bulletproof´ z.B., der mit traditionellen Prog-Metal-Vibes versehene Opener ´Arrow Of Time´, die „Operation: Mindcrime“-Verbeugung ´Guardian´ oder catchy Earcandy wie ´Selfish Lives´ und ´Hellfire´ (Edel-Melodic vom Feinsten!), kriegen dagegen auch deutlich jüngere Konkurrenz-Combos im Progressive-Power-Metal-Bereich oder wie immer man diesen Mischmasch bezeichnen will, in dem QUEENSRYCHE sich bewegen, nein: den QUEENSRYCHE sogar angerührt haben, nicht in dieser Qualität ausgearbeitet. Und außerdem passt der chromglänzende, unterkühlte, sehr Neunziger-lastige Sound von Killswitch-Engage/Shadows-Fall-Produzent Zeuss wie Faust aufs Auge, wird aber, pawlowschen Reflexen sei Dank, in diversen Kreisen sicherlich wieder mit Eifer und Furor schlechtgeredet werden - was man übrigens das „Andy-Sneap-Syndrom“ nennt. Der kann ja angeblich auch nix, wuffwuff...


Boris Kaiser 8.0

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