ReviewDynamit

Band
ANNIHILATOR 
Kategorie
Dynamit 
Heft
RH #341 
Titel
Suicide Society 
Erscheinungsjahr
2015 
Note
8.0 

UDR/Warner (45:12)
Als die Neuigkeit die Runde machte, dass Jeff Waters mal wieder ohne Sänger dasteht, musste man schon mit dem Schlimmsten rechnen, aber der agile Kanadier beschloss klammheimlich, das Beste aus dieser Situation zu machen (lest dazu auch die Story in diesem Heft). Weder die programmierten Drums (die schon so manches Album, auch von ANNIHILATOR, zum Einsturz brachten) noch der Gesang bieten große Angriffsflächen für Kritik, das hat man alles schon deutlich schlechter gehört. (Ein echter Drummer, das sei kurz klargestellt, wäre mir trotzdem lieber.) Und das Songmaterial ist so gestaltet, wie man es von einem Kaliber wie Waters, der aufgrund der Situation ein bisschen mit dem Rücken zur Wand steht, erwarten darf. Es gibt jede Menge überschäumende, stets hervorragend kontrollierte Riff-Attacken (´Narcotic Avenue´, ´My Revenge´, ´Break Enter´), aber auch Tempowechsel und Gitarren-Intros von Weltklasse-Format (´Suicide Society´, ´Creepin´ Again´), die man lange vermisst hat. Der hyperaktive Musiker ergreift die Flucht nach vorn. Die Lockerheit, mit der Jeff die Ideen herausschleudert, ist ohne Zweifel mitreißend, da fügen sich einige „originelle“ Gesangsideen durchaus ein. Darüber hinaus gibt´s sogar Überraschendes zu vermelden. Die sicher gesungenen Melodic-Hymnen ´Snap´ und ´Every Minute´ z.B. Insgesamt ist „Suicide Society“ ein hörenswertes Album mit erstaunlich wenig Leerlauf.


Holger Stratmann 8.0

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