ReviewDynamit

Band
SLAYER 
Kategorie
Dynamit 
Heft
RH #340 
Titel
Repentless 
Erscheinungsjahr
2015 
Note
7.5 

Nuclear Blast/Warner (41:57)
SLAYER-Hit-Lieferant Jeff Hanneman verstorben, Original-Drummer Dave Lombardo wegen „geschäftlicher Differenzen“ vor die Tür gesetzt - man darf den Sinn der Fortführung unter dem SLAYER-Banner ruhig hinterfragen und dem Ergebnis der im Netz verspotteten „Tom & Kerry“-Show mit etwas Skepsis begegnen. SLAYER müssten ein echtes Hammeralbum veröffentlichen, um so viel verlorenen Boden gutzumachen. Das ist „Repentless“ nicht geworden. Einen schlechten Longplayer haben SLAYER noch nie veröffentlicht, und so unterschreitet auch „Repentless“ ein gewisses Grundniveau nicht. Für die größte Thrash-Band der Welt ist es aber zu wenig, mit dem Titelstück nur einen einzigen Smasher abzuliefern, der sich mit dem Hit-Kanon der Band messen kann. Der Großteil des Albums langweilt hingegen schon nach kurzer Zeit, weil Kerry King beim Songwriting dem „Malen nach Zahlen“-Prinzip folgt und mit dieser Vorgehensweise über einen gewissen Standard nicht hinauskommt. Viele Songideen bleiben im Skizzenstadium stecken: ´When The Stillness Comes´ soll eine dieser typischen Düster-Kompositionen von Hanneman nachahmen, ist vom schwachen Refrain bis zum viel zu kurzen Finale aber einfach nicht zu Ende gedacht. Zudem fällt das Schlagzeugspiel von Paul Bostaph diesmal nur solide und wenig spektakulär aus und lässt die Stunts und Energie eines Dave Lombardo vermissen (hört euch zum Vergleich mal die von Lombardo eingespielte ´Atrocity Vendor´-Version auf der „World Painted Blood“-7“ an). Man muss es in aller Deutlichkeit sagen: Den Rang der besten Thrash-Band der Welt haben Kreator den Totschlägern längst abgelaufen.


Ronny Bittner 7.5

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