ReviewDynamit

Band
DEAD LORD 
Kategorie
Dynamit 
Heft
RH #340 
Titel
Heads Held High 
Erscheinungsjahr
2015 
Note
8.5 

Century Media/Universal (47:05)
Dieser Sound! Wenn man sich „Heads Held High“ anhört, fragt man sich vor allem mal wieder, warum eigentlich nicht alle Bands live aufnehmen. Die Antwort: weil sie es schlicht und einfach nicht können. Was wiederum zeigt, mit welchem Juwel wir es bei DEAD LORD zu tun haben, deren 2013er Erstling „Goodbye Repentance“ wahrscheinlich zu Recht als bestes Thin-Lizzy-Album seit „Thunder And Lightning“ gilt, die Black Star Riders können sich da zumindest auf Platte strecken, wie sie wollen. Und ja, auch auf „Heads Held High“ gemahnen die Schweden an Lynott & Co., ist doch ganz klar, denn Hakim Krims Stimme tönt verdächtig nach jener des verstorbenen Lizzy-Leaders, und wenn man (Doppel-)Leads spielt wie weiland Gorham/Robertson, Gorham/Moore, Gorham/White oder Gorham/Sykes, „muss“ man diese Vergleiche sowieso aushalten. Der Druck, der auf DEAD LORD lastete, war auch in Sachen Songwriting nicht gering, aber ihr zweiter Dreher ist eine weitere Classic-Rock-Lehrstunde, der Großteil der zehn Tracks ein bewundernswerter Spagat zwischen feiner Akkuratesse und spontan anmutender Einfach-machen-Attitüde. Ich liebe vor allem den melancholischen Rocker ´Ruins´, aber auch die Hits ´Farewell´, ´Strained Fools´ sowie ´Don´t Give A Damn´, und an ´The Bold Move´ kommt man eh nicht vorbei: Die Ballade geht als lässiger Nachfolger des Debüt-Highlights ´No More Excuses´ durch, verbeugt sich aber deutlich weniger vor ´Still In Love With You´. Was man erst mal schaffen muss, wenn man DEAD LORD ist und somit die neuen Thin Lizzy.


Boris Kaiser 8.5

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