ReviewDynamit

Band
KADAVAR 
Kategorie
Dynamit 
Heft
RH #340 
Titel
Berlin 
Erscheinungsjahr
2015 
Note
8.5 

Nuclear Blast/Warner (52:19)
Zwei gute Veröffentlichungen haben gereicht, um KADAVAR auf der Weltkarte der internationalen Stoner-Szene zu platzieren. Dafür brauchte das Berliner Trio weder psychedelische Eskapaden noch 18-minütige Instrumental-Epen zu konstruieren, sondern „nur“ durch grundsolides Songwriting zu glänzen, eine Kunst, die den meisten Bands heute in fast allen Genres abgeht. Insofern ist „Berlin“ erneut ein Volltreffer. Die Platte ist mit satten Grooves, eingängigen Refrains und nachvollziehbaren Riffs gespickt. In der ersten Hälfte reiht sich eine starke Nummer an die andere, und auch wenn man es auf der „Rückseite“ musikalisch etwas lockerer (sprich: „rockiger“) angehen lässt, ändert sich das Bild nur unwesentlich. KADAVAR lassen die Musik der sechziger und siebziger Jahre im neuzeitlichen Gewand wiederauferstehen und machen jenen Doom, Heavy Rock und Krautrock populär, mit dem heutige 50-Jährige gerade noch aufgewachsen sind: Nazareth, Black Sabbath, frühe Scorpions, Birth Control, Grand Funk Railroad, AC/DC, Led Zeppelin. Ich mag staubtrockenen Rock, wenn er ganz natürlich aus dem Bauch heraus gespielt wird. KADAVAR mögen keine gewieften Instrumentalisten sein, beherrschen diesen Kniff aber aus dem Effeff. Dass dem Trio nicht noch mal ein solch markanter Hit wie ´Doomsday Machine´ oder ´Come Back Life´ gelingt, ist ein kleiner Makel der Platte, ansonsten ist das Niveau der knackig produzierten elf Songs durchweg höher als auf den Vorgänger-Alben.


Holger Stratmann 8.5

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