ReviewDynamit

Band
SYMPHONY X 
Kategorie
Dynamit 
Heft
RH #339 
Titel
Underworld 
Erscheinungsjahr
2015 
Note
8.5 

Nuclear Blast/Warner (64:03)
Wer die letzten SYMPHONY X-Alben zu harsch´n´heavy fand, darf aufatmen. „Underworld“ enthält zwar einige der rabiatesten Passagen, die die New-Jersey-Wirbelwinde jemals aufgenommen haben, allerdings auch vieles, was an die legendären Neunziger-Jahre-Platten der Band erinnert. Nach dem imposanten, hyperbombastischen Klassik/Metal-Intro ´Overture´ wird mit ´Nevermore´ der beste SYMPHONY X-Ohrwurm seit ´Paradise Lost´ abgefeuert, eine perfekt austarierte Speed-Prog-Metal-Hymne, in der Russell Allen gottgleich singt, während hinter ihm die Gitarren so wuselig genial riffen wie bei Protest The Hero. Kaum schwächer röhrt das wie ein heftiger Hybride aus frühen, düsteren Savatage und etwas aktuelleren Annihilator rüberkommende ´Underworld´ (toller Spannungsbogen!), bevor die Amis in der grandiosen Power-Ballade ´Without You´ mit klassischem Achtziger-Hardrock-Flair überraschen, nur um danach in dem groovig thrashenden ´Kiss Of Fire´ drei Gänge hochzuschalten und uns so derbe Modern-Metal-Riffs um die Ohren zu klatschen, dass man sich fast schon bei Disturbed wähnt. Zu ungemütlich wird´s in dem Gitarrengewitter aber nie, die teils wie früher bei Queen ausgeliehenen Chöre liefern das ideale klangliche Gegengewicht - auch im leicht orientalisch angehauchten, von fantastischen Soli gekrönten ´Charon´, das Erinnerungen an die nach wie vor unerreichte „The Divine Wings Of Tragedy“-LP wach werden lässt. Die zweite Hälfte von „Underworld“ kann mit der ersten nicht ganz mithalten, weil den Hooks und Akkordfolgen die ganz große Magie fehlt, auch diese fünf Nummern sind jedoch stark genug, um das Album zum stärksten seit „V: The New Mythology Suite“ und einem spannenden Brückenschlag zwischen neuen und alten SYMPHONY X zu machen.


Michael Rensen 8.5

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