ReviewDynamit

Band
CRADLE OF FILTH 
Kategorie
Dynamit 
Heft
RH #338 
Titel
Hammer Of The Witches 
Erscheinungsjahr
2015 
Note
8.0 

Nuclear Blast/Warner (56:27)
Gitarrist und Songwriter Paul Allender hat (mal wieder) das Weite gesucht, was CRADLE OF FILTH mehr denn je zur Soloshow von Kreischzwerg Dani Filth macht. Zudem hat man die längste Pause zwischen zwei Studioalben auf den ersten Blick lediglich mit kreativer Routine gefüllt. Das gewohnt sexy-ästhetische Artwork reicht nicht an diverse Vorgänger heran, und der Albumtitel wirkt für den eigentlich ziemlich tiefschürfenden Wortkünstler Dani nahezu flach. Andererseits haben die Düster-Extremisten noch nie ´ne schwache Platte veröffentlicht, und auch „Hammer Of The Witches“ überzeugt schneller, als es der lautstarken Nörgler-Front lieb ist. Wie die Band auf ´Deflowering The Maidenhead, Displeasuring The Goddess´ (DAS ist mal ein Titel!) alle Register von Gothic Metal über herbes Thrash-Riffing und schwarzmetallische Blast-Hetzjagden bis hin zu epischer Erhabenheit zieht, sei hier nur als exemplarischer Appetithappen empfohlen. Cradle wollen nach wie vor viel, zu viel, um auch nur einen einzigen der regulären Albumtracks unter fünf Minuten ins Ziel zu wuchten. Eine gewisse kompositorische Unübersichtlichkeit gehört bei Mr. Filth und seinen Lohnsklaven nun mal zum guten/schlechten Ton. Dafür erschafft die Truppe ein nach wie vor vollkommen eigenständiges Gruselkabinett, aus dem immer wieder absolute Mörder-Riffs/Leads und ebenfalls erstklassige Keyboard- bzw. Gesangs-Hooks herausstechen, was ein Eintauchen in das Cradle-Universum auch 2015 zu einer monströs gelungenen Abfahrt macht.


Jan Jaedike 8.0

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