ReviewDynamit

Band
TRIBULATION 
Kategorie
Dynamit 
Heft
RH #336 
Titel
The Children Of The Night 
Erscheinungsjahr
2015 
Note
8.0 

Century Media/Universal (56:32)
Man muss nicht lange graben, um herauszufinden, dass Adam Zaars, einer der beiden TRIBULATION-Gitarristen, mit Watain-Live-Klampfer Emil Svensson und In-Solitude-Basser Gottfrid Åhman zusammen beim Underground-Kult Repugnant spielt. Nun sind Repugnant nicht zwingend ein Name, der einem beim Hören von „The Children Of The Night“, dem dritten Album dieser schwedischen Hoffnungsträger, einfällt, aber der Rest passt echt wie Arsch auf Eimer: Was auf dem Vorgänger „The Formulas Of Death“ noch irgendwie „progressiv“ anmutete und eher leise aufs kommende Laute vorbereitete, wirkt heute homogener, die Brüche sind einem angenehmen Fluss aus offenen, luftigen Sounds gewichen, die eben stark an das erinnern, was In Solitude auf „Sister“ vorexerziert haben, die Frühachtziger-Goth zitieren und in der, nun ja, Disco trotz ihres natürlich nach wie vor vorhandenen Death- und Black-Metal-Fundaments zwischen meinetwegen Christian Death und Beastmilk stilistisch nicht weiter auffallen würden. Mit Watain verbindet TRIBULATION dagegen vor allem in den Grooves (´The Motherhood Of God´!) die auf „The Wild Hunt“ hervorgekehrte Liebe zum Gothic Metal der frühen Neunziger, in erster Linie Tiamat sind allgegenwärtig. Mein Lieblingssong auf dem dann doch vielleicht eine Spur zu plakativ betitelten „The Children Of The Night“ ist das mit Killer-Orgel beendete Instrumental ´Själaflykt´, aber es geht auch offensichtlicher: ´Melancholia´, ´Winds´ oder ´Holy Libations´ verbinden exaktes Songwriting mit Widerhaken in Vocals sowie Gitarren mit toller Atmosphäre. Ach ja: Und das Coverartwork ist eines der schönsten seit langer Zeit.


Boris Kaiser 8.0

AMAZONEMPFEHLUNG