ReviewDynamit

Band
BLUES PILLS 
Kategorie
Dynamit 
Heft
RH #335 
Titel
Blues Pills Live 
Erscheinungsjahr
2015 
Note

BONUSBOMBE

Nuclear Blast/Warner (58:25)
Wird „Blues Pills Live“, in sämtlichen Formaten „streng limitiert“, in erster Linie veröffentlicht, um Umsatz zu generieren? Natürlich. Ist „Blues Pills Live“ dementsprechend Abzocke? Nicht die Bohne! Denn erstens haben sich die neuen Hardrock-Superstars eine riesige Fanbase erarbeitet (der, nun ja, „Hype“ kam erst später), die nach neuem Stoff lechzt, und zweitens klingt dieser Zehn-Track-Dreher, gekonnt aufgenommen beim letztjährigen Freak-Valley-Festival, tipptopp. Dass sämtliche Songs vom Debütalbum und den „Bliss“- und „Devil Man“-EPs bekannt sind, sollte man nicht überbewerten: Zack Anderson (b.), André Kvarnström (dr.; Platten-Einstand!) und vor allem Dorian Sorriaux (g.) modifizieren das Material, bauen Schlenker ein, verzögern das Tempo oder ziehen es an, setzen neue Schwerpunkte, präsentieren sich also so, wie es auch die Granden der siebziger Jahre taten, die Bands, das das eben noch konnten, weil es ihnen nicht an Technik und/oder musikalischem Verständnis fehlte. Über allem thront einmal mehr der überragende Gesang Elin Larssons, in seiner Selbstverständlichkeit der pure Sex, der trotz unzähliger aktueller Female-fronted-Acts keinerlei Konkurrenz kennt. Man redet immer wieder davon, dass es stets die Falschen trifft, dass die besonders Guten dem Erfolg hinterherlaufen müssen, während es die Minderbegabten ganz nach oben schaffen - die BLUES PILLS widerlegen diese These. Ich hätte gerne jede Woche ein neues Livealbum dieser Band!


Boris Kaiser

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