ReviewDynamit

Band
BLACKBERRY SMOKE 
Kategorie
Dynamit 
Heft
RH #333 
Titel
Holding All The Roses 
Erscheinungsjahr
2015 
Note
8.5 

Earache/Soulfood (41:09)
BLACKBERRY SMOKE haben schon mit ihrem Vorgänger „The Whippoorwill“ einen richtigen Achtungserfolg erzielt. Obwohl die Band immer wieder AC/DC zitiert und es auch mal krachen lässt, gehört der Südstaaten-Fünfer nur bedingt zur Heavy-Rock-Szene. Blues, Rock´n´Roll und Country sind auch auf dem neuen Album fester Bestandteil des Repertoires. Dabei gibt es zur Zeit wohl kaum eine Band, die diese Musikstile authentischer verkörpert als der Langhaar-Haufen aus Georgia. Mich erinnert „Holding All The Roses“ stark an mein „amerikanisches“ Lieblingsalbum, Raging Slabs „Dynamite Monster Boogie Concert“, als man sich niemand Geringeren als Rick Rubin schnappte, um auf einer Farm einen Southern-Rock-Geheimtipp einzuspielen. BLACKBERRY SMOKE engagierten mit Brendan O´Brien eine ähnlich analog gepolte Sound-Koryphäe, die dem Quintett half, in den Songs möglichst simpel auf den Punkt zu kommen und mit kleinen Klangfinessen zu glänzen. Insbesondere die ersten fünf Titel sind derart „aufgeräumt“, dass man meinen könnte, hier seien Ikonen des Rock wie die Rolling Stones am Werk. Während ´Let Me Help You (Find The Door)´ im Stil von Buckcherry geradeaus zum Refrain marschiert, bringt der flotte Titeltrack waschechtes Country-Gefiedel ins Spiel, ehe ´Living The Song´ glatt als Black-Crowes-Hymne durchgehen würde. ´Rock And Roll Again´ erinnert sogar an Boogie-Könige wie Status Quo - so was muss man sich 2015 erst mal trauen! Mit ´Woman In The Moon´ folgt eine Ballade der Extraklasse. Nach diesem hochkonzentrierten Auftakt rollt das Album qualitativ gut und stellenweise etwas zu tiefenentspannt aus.
So mancher wird den traditionellen Sound von BLACKBERRY SMOKE grottenlangweilig finden, und auch diese Sichtweise hat ihre Berechtigung, aber Southern Rock ist nun mal ein Stück weit eine Klischeeveranstaltung mit Stallgeruch. Je miefiger, desto besser!


Holger Stratmann 8.5

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