ReviewDynamit

Band
NAPALM DEATH 
Kategorie
Dynamit 
Heft
RH #333 
Titel
Apex Predator - Easy Meat 
Erscheinungsjahr
2015 
Note
8.0 

Century Media/Universal (40:27)
Nein, altersmilde werden die Grind-Götter selbst mit Mitte 40 nicht - wo NAPALM DEATH draufsteht, ist auch NAPALM DEATH drin. Allein das Cover mit der leckeren Fleischverpackung ist ein, ähem, Augenschmaus. Ganz recht, es ist sicher nicht verkehrt, eine der intensivsten Livebands des Planeten als Gesamtkunstwerk zu betrachten. Das beginnt beim gewohnt konsumkritischen Albumkonzept, geht über die Texte (die „moderne Sklaverei“ zum Thema haben) und die vorbildliche Haltung der Band bis hin zur extremen Musik, die derart gnadenlos auf den Hörer einwirkt, dass wirklich alles, was sonst so im Soundcheck einen auf hart macht, wie ein laues Lüftchen erscheint. Die unmenschlichen Drumpattern von Danny Herrera lassen einen ebenso erstaunen wie die pfeilschnellen Gitarrenriffs von Mitch Harris (ach, so was kann man tatsächlich noch spielen?). Das atemlose Geschrei von Barney Greenway wird durch einen Verzerrer gejagt, und wenn NAPALM DEATH mal einen Gang zurückschalten, bedient man sich oft weiterer Elemente aus der Industrial- und Postpunk-Geschichte, deutet klaustrophobische Räume an oder wirft beschwörende Chöre wie aus dem Jenseits ins Rennen. Alles nichts für schwache Gemüter! Ein paar Melodien mehr hätten die extremen Teile der Platte für meinen Geschmack besser herausgearbeitet, so ist „Apex Predator - Easy Meat“ ein beeindruckendes, wenn auch zuweilen leicht monotones Krach-Festival. Anspieltips: ´Metaphorically Screw You´, ´How The Years Condemn´, ´Dear Slum Landlord´.


Holger Stratmann 8.0

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