ReviewDynamit

Kategorie
Dynamit 
Heft
RH #333 
Titel
Dancing With The Past 
Erscheinungsjahr
2015 
Note
8.0 

Divebomb (157:25)
Sie sind dicke Kumpels, aber die Zusammenarbeit mit dem alten Anacrusis-Kollegen Kevin Heidbreder klappt nicht mehr. Seine (vor allem) in den letzten Jahren erarbeiteten neuen Songs wollte KENN NARDI allerdings keinesfalls in die Tonne kloppen, und das kann man verstehen. Die Freiheit eines Soloalbums, Nardi hat auf „Dancing In The Past“ in der Tat nahezu alles komponiert, eingespielt und produziert, sorgt für eine angenehme Offenheit und Mut zum Experiment, ist gleichzeitig aber auch die Krux: Man merkt, dass eine „neutrale“ Stimme fehlte, die die schwächsten der 28 Stücke (über zweieinhalb Stunden Spielzeit!) herausgesiebt und auch diverse Arrangements gestrafft hätte; zudem - und das darf man so hart formulieren - nervt der Drumcomputer, der über Demo-Niveau nicht hinauskommt. Sehr hörenswert, nein: richtig gut ist hier trotzdem vieles. Diese ganz eigene Mischung aus Progressive Thrash der Anacrusis-Schule, Old-School-Metal sowie diversen Alternative-, Goth- und (sehr gerne) Wave-Schlenkern kriegt wohl kaum ein anderer Musiker hin, Gleiches gilt für die völlig unaufgeregten, auch mal versteckten Hooks, die sich von hinten anschleichen und für dieselbe Langlebigkeit sorgen, die einen auch heute noch immer wieder begeistert zu „Manic Impressions“ oder „Screams And Whispers“ greifen lässt. CD zwei ist alles in allem etwas ruhiger und melodischer (´Ordinary´, ´A Little Light´, ´Dead Men´s Bones´, das ´Space-Dye Vest´-artige ´The Runt´), als bester Song von „Dancing In The Past“ geht aber nach wie vor das auf der ersten Disc platzierte, vor längerem bereits als Teaser veröffentlichte ´This Killer In My House´ über die Ziellinie - ein melancholisches wie mitreißendes Meisterwerk.
Label-Homepage: www.divebombrecords.com


Boris Kaiser 8.0

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