ReviewDynamit

Band
DØDSENGEL 
Kategorie
Dynamit 
Heft
RH #302 
Titel
Imperator 
Erscheinungsjahr
2012 
Note
9.5 

Terratur Possessions/Barghest (150:42)
Hier ist er also, der riesengroße Meilenstein des norwegischen Schwarzmetalls der Jetztzeit, Ewigkeiten nach der Black-Metal-Hochphase in den goldenen Neunzigern und frühen Nullern nebst zahlreichen Klassikern und einer darauf folgenden Tristesse. Die wirklich wichtige Musik spielte zunehmend in anderen Ländern, „True Norwegian Black Metal“ als Qualitätssiegel für echte finstere Wertarbeit verschwand mehr und mehr (bis auf wenige Ausnahmen) in Richtung Anachronismus und Geschichtsbücher.
DØDSENGEL toben sich auf ihrem dritten Album dermaßen aus, als müssten sie stellvertretend für die komplette Szene ihres Landes eine versäumte Dekade mit einem Schlag aufholen. Das über zweistündige Mammutkonzeptwerk „Imperator“ (22 vollwertige Stücke!) versorgt jeden Schwarzmetaller reichhaltig. Garstig, hasserfüllt, tödlich aggressiv feuert die Truppe widerlichste Breitseiten ab, um im nächsten Moment Progressivität und Epik im Stile von Arcturus und mittleren Ulver (aber durchweg in hässliches Schwarz getaucht) zu erschaffen. Radikal-Black-Metal bis zum Anschlag, immer an der Schwelle zum puren Wahnsinn und zur Tortur, mit furchtbaren Wunden schlagenden Kreissägenriffs und barbarischer Stimmbandfolter hier - und mit kompositorischer Spitzenklasse sowie dramaturgischer Brillanz da. DØDSENGEL zelebrieren das allumfassende Nein und die lebendige Hölle im Brustton der Überzeugung und haben sich mit einem Schlag in die Beletage der Dunkelzunft begeben. Ganz im Ernst: Es geht kaum besser.
P.S.: Die Doppel-CD kommt in einem fürstlich gestalteten Digibook.


Wolf-Rüdiger Mühlmann 9.5

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