ReviewDynamit

Band
SATURNALIA TEMPLE 
Kategorie
Dynamit 
Heft
RH #297 
Titel
Aion Of Drakon 
Erscheinungsjahr
2012 
Note
9.0 

Ajna Offensive (48:59)
Schatzgräber des Undergrounds, Doom-Verrückte und jene waschechten Okkultisten unter unseren Lesern, die weder Götz noch Kaiser fürchten, werden völlig zu Recht anmerken, dass dieses Review ein halbes Jahr zu spät kommt. Aber erstens habe ich den Nachtbus verpasst, und zweitens bin ich heilfroh, dass ich dieses teuflische Trio aus Stockholm dann doch noch für mich entdeckt habe. Man könnte es sich leicht machen und einfach behaupten, dass SATURNALIA TEMPLE im Grunde genommen nichts anderes als Electric Wizard machen, allerdings ohne verkiffte Stoner-Einflüsse, dafür aber mit jeder Menge Black-Metal-Atmosphäre. Das ist jedoch nur die halbe Wahrheit, denn da, wo die Wizards aufhören, fangen die Schweden erst richtig an. In überlangen Stücken suhlen sie sich in schwarzmagischen Abgründen, die eine gewisse Nähe zum Geheimbund „Dragon Rouge“ erkennen lassen, verstören mit manischen Gruftriffs, die nicht mal im Ansatz Electric-Wizard-trendy klingen, sondern bei denen man wahnsinnig wird und, final vom Leibhaftigen besessen, starren Blickes an seinen Fingernägeln kaut. Der seltsame, zuweilen acid-schräge Gesang besorgt dann den Rest. Mein Freund, lass dich also lieber gleich einliefern! Das Auto mit den viereckigen Rädern bringt dich schnurstracks in die Geschlossene.
So nahe an der Grenze zum orthodoxen, philosophischen Black Metal hat noch nie zuvor eine rituelle Doom-Band ihr ultraschweres Gepäck geschleppt. Ein mächtiger Alptraum.


Wolf-Rüdiger Mühlmann 9.0

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