ReviewDVD - Musik

Band
DEVIN TOWNSEND PROJECT 
Kategorie
DVD - Musik 
Heft
RH #317 
Titel
The Retinal Circus 
Erscheinungsjahr
2013 
Note

(InsideOut/EMI)
Beim „The Retinal Circus“-Gig Ende Oktober letzten Jahres in London ging es auf der Bühne so wuselig und rasant zu wie im Hirn des hyperaktiven Zeremonienmeisters DEVIN TOWNSEND. Dutzende Schauspieler, Tänzer, Chorsänger und Feuerspucker tobten 160 Minuten lang in immer neuen Verkleidungen über die Bretter, während Steve Vai von der mittleren Videoleinwand aus einen roten Faden durch die Show zu weben versuchte. Vieles hatte tatsächlich Zirkus-Charakter, von den akrobatischen Einlagen über das Outfit- und Story-Kuddelmuddel bis zum naiv-albernen Humor (Riesenvagina, Aufblasdödel, Baby-Ziltoid). Schaut man sich das Spektakel vom Sofa aus an, fühlt man sich trotz der unaufgeregten Bildregie streckenweise so überfordert wie ein Schülerlotse in einem Ameisenhaufen, und auch musikalisch ist man nicht wunschlos glücklich, weil Devin in seiner Karriereretrospektive nichts von „Accelerated Evolution“ und „Terria“ bringt und auch Überwerke wie „Ocean Machine“ und „Physicist“ nur punktuell streift. Speziell die erste Hälfte der atemlosen Show lebt vor allem vom Drumherum und Gastsängerin Anneke van Giersbergen, im zweiten Teil wird´s dann allerdings richtig klasse, was nicht zuletzt an den Strapping-Young-Lad-Songs ´Detox´ und ´Love?´ und dem Gastauftritt von SYL-Gitarrist Jed Simon liegt.
Insgesamt wäre weniger wahrscheinlich mehr gewesen, Devin-Fans können sich mit der Blu-ray bzw. Doppel-DVD, die neben dem Gig noch ´ne kurzweilige halbstündige Doku enthält, allerdings problemlos ´nen schönen Abend machen.


Michael Rensen

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