ReviewDVD - Musik

Band
MICHAEL SCHENKER 
Kategorie
DVD - Musik 
Heft
RH #309 
Titel
Temple Of Rock - Live In Europe 
Erscheinungsjahr
2013 
Note

(In-Akustik)
Obwohl das letzte MICHAEL SCHENKER-Studioalbum „Temple Of Love“ sicherlich eines der überflüssigsten in der langen Karriere des ehemaligen UFO- und Scorpions-Gitarristen war, gestaltet sich dieser Livemitschnitt der gleichnamigen Tour ziemlich kurzweilig. In der 19 Tracks umfassenden Setlist des in Tilburg mitgeschnittenen Konzerts befinden sich lediglich zwei Songs des besagten Albums und ansonsten nur Titel, an denen Michael zwischen 1974 und 1982 mitgewirkt hat. Neben den obligatorischen UFO- und MSG-Klassikern haben es gleich sechs Songs (u.a. ´Lovedrive´ und ´Another Piece Of Meat´) der Scorpions in die Tracklist geschafft. Dass mit ´Blackout´ und ´Rock You Like A Hurricane´ sogar Songs aus einer Zeit vertreten sind, als Matthias Jabs bei den Hannoveranern längst felsenfest im Leadgitarristen-Sattel saß, erklärt sich damit, dass bei diesem Konzert mit Herman Rarebell (dr.) und Francis Buchholz (b.) zwei weitere Ex-Scorpions-Recken am Start sind. Vervollständigt wird das Line-up durch Wayne Findlay (g./keys) und Doogie White am Gesang, der die Klassiker gebührend in Szene setzt. Michaels Gitarre ist im ziemlich guten Gesamtsound sehr präsent, was die Sache umso besser macht, weil er einen absoluten Sahnetag erwischt hat, an dem er 99 Prozent aller Nachwuchsgitarristen noch mal klarmacht, was ein wirklich grandios genialer Ton und melodisches Gitarrenspiel par excellence sind.
Bei den fünf beim High Voltage Festival aufgenommenen Bonustracks (u.a. ´Another Piece Of Meat´, ´Doctor Doctor´ und ein Gastauftritt von Rudolf Schenker) tönt die Band insgesamt eine Spur räudiger, was zum einen an der etwas flotteren Gangart im Allgemeinen, Michaels etwas roherem Gitarrensound und dem Fakt liegt, dass hier Michael Voss bei allen Songs die Vocals übernimmt, der doch eine Spur rockiger und somit näher an Ur-MSG-Sänger Gary Barden agiert. Auch wenn es visuell und showtechnisch keine Besonderheiten gibt und sich im Bonusmaterial lediglich noch ein paar Minuten mitgefilmter Smalltalk finden, können sich Schenker-Fans „Temple Of Rock - Live In Europe“ bedenkenlos ins Regal stellen.


Andreas Himmelstein

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