ReviewDVD - Musik

Band
STRATOVARIUS 
Kategorie
DVD - Musik 
Heft
RH #303 
Titel
Flaming Winter Skies 
Erscheinungsjahr
2012 
Note

(Ear Music/Edel)
Am 31. Januar diesen Jahres ging Jörg Michael in Guatemala City zum letzten Mal mit STRATOVARIUS auf die Bühne. Zuvor verabschiedete sich der deutsche Schlagzeuger im Rahmen einer Finnland-Tour von den europäischen Fans. Den Auftritt in Tampere im November 2011 hat man bei dieser Gelegenheit mitgeschnitten und präsentiert ihn jetzt in Form dieser DVD. Fast zwei Stunden stand die Band an diesem Abend auf den Brettern und reicherte ihren Set neben dem üblichen Alt-und-neu-Mix auch mit zwei Coverversionen an: ´Burn´ (Deep Purple, rockt ordentlich) und ´Behind Blue Eyes´ (The Who, sehr gelungen!). Bild- und Tonqualität sind einwandfrei, die Performance klingt fast schon zu perfekt, um unbearbeitet zu sein, andererseits wirken speziell Timo Kotipeltos Vocals roh und ungefiltert.
Angereichert wird die DVD durch ein schönes Booklet mit vielen Fotos und ein Kurzinterview mit Jörg Michael, der bei dieser Show mit so viel Freude bei der Sache ist, dass man gar nicht glauben mag, dass dieser Mann nun nicht mehr mit STRATOVARIUS touren wird. Die Erklärung hierfür liefert er in der halbstündigen Doku, die generell recht interessant und unterhaltsam ist.
Rolf Pilve heißt der Mann, der fortan bei STRATOVARIUS die Felle verdreschen wird. Es dürfte keinen Zweifel geben, dass die Band mit dem 24-jährigen Finnen einen Mann ausgewählt hat, der spieltechnisch in der Lage ist, Jörg Michael zu ersetzen. Allerdings war Jörg nicht einfach nur ein sehr guter Drummer, sondern hatte auch Persönlichkeit und einen speziellen Stil. Ob Pilve in diese Rolle hineinwachsen kann, bleibt abzuwarten. Dem aktuellen Gitarristen Matias Kupiainen ist es bislang ja auch nur in technischer Hinsicht gelungen, die Lücke zu schließen, die einst Timo Tolkki hinterlassen hat. So etwas wie Charisma hat Kupiainen auf der Bühne bislang nicht entwickelt, wie man auf dieser DVD sehen kann. Man wünscht dem Mann etwas von der Lässigkeit, die Basser Lauri Porra ausstrahlt. Gleichermaßen ist man aber auf jeden Fall bereit, dieser Band weiteren Kredit zu geben. Schließlich war das letzte Studioalbum „Elysium“ wieder richtig stark.


Frank Albrecht

AMAZONEMPFEHLUNG