ReviewBuch

Band
LAMB OF GOD 
Kategorie
Buch 
Heft
RH #342 
Titel
DARK DAYS: A MEMOIR 
Erscheinungsjahr
2015 
Note

Randall Blythe
(Century)
Es hatte seinen Grund, warum sich LAMB OF GOD-Frontmann Randy Blythe in der Presse nicht zu seiner Anklage wegen Totschlags (nach einem Konzert seiner Band in Prag starb der Fan Daniel Nosek an den Folgen seiner Kopfverletzungen), dem anschließenden Gefängnisaufenthalt und dem erlösenden Freispruch äußern wollte, denn anstatt dieselbe Story wieder und wieder zu erzählen, entschied er sich dafür, den kompletten Alptraum in einem eigenen Buch zu schildern. „Dark Days: A Memoir“ als „interesting read“ (O-Ton Randy) zu beschreiben, ist eine Untertreibung, denn der Sänger lässt den Leser unmittelbar an seinen Gefühlen teilhaben. Egal ob Verwirrung, Verzweiflung oder Ohnmacht: Anders als in der exzellenten DVD-Dokumentation „As The Palaces Burn“ durchlebt man in diesem Buch das gesamte Gefühlschaos mit dem Fronter gemeinsam, ist hautnah dabei, wenn er sich mit den Mithäftlingen arrangiert, die eigenen Ängste bekämpft und nach der Entlassung gegen Kaution aus dem Gefängnis zu seinem Prozess nach Prag zurückkehrt und sich der Anklage stellt. Dass er nach dem finalen Freispruch die moralische Schuld für den Tod von Daniel Nosek übernimmt, nötigt Respekt ab. Wie überhaupt viele Episoden in „Dark Days“ Randy Blythe in einem gänzlich anderen Licht erscheinen lassen als das Bild, das die Öffentlichkeit bisher von ihm gehabt hat. Intelligent und witzig, aber auch demütig und mit erstaunlicher Offenheit äußert er sich nicht nur zu dem Prozess, sondern ebenfalls zu seiner (überwundenen) Drogen- und Alkoholsucht und anderen Tragödien seines Lebens. Ein ernstes, exzellent geschriebenes Buch, das bisher nur auf Englisch erhältlich ist.


Thomas Kupfer

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