ReviewBuch

Kategorie
Buch 
Heft
RH #335 
Titel
SCHWARZMETALL UND TODESBLEI 
Erscheinungsjahr
2015 
Note

Sarah Chaker
Archiv der Jugendkulturen
Mit „Schwarzmetall und Todesblei - Über den Umgang mit Musik in den Black- und Death-Metal-Szenen Deutschlands“ veröffentlicht der Archiv-der-Jugendkulturen-Verlag die Doktorarbeit der in Szenekreisen nicht unbekannten Musikwissenschaftlerin Sarah Chaker. In ihrer über 400 Seiten starken Dissertation beschäftigt sich Chaker eingehend damit, was die Black- und Death-Metal-Szene in Deutschland ausmacht, wie ihre Anhänger ticken und wodurch das Szeneleben bestimmt wird. Mit musikwissenschaftlichen und soziologischen Methoden untersucht Chaker, wie die Szeneanhänger Zugang zur Szene finden, was sie daran schätzen, inwieweit sie sich in die musikalische Praxis einbringen und ob es über die musikalische Vorliebe hinaus noch weitere Gemeinsamkeiten gibt. In diesem Kontext beleuchtet sie auch die soziale Herkunft, das Bildungsniveau und die politische Orientierung der Szenemitglieder. Da es sich hierbei um eine Doktorarbeit handelt, folgen der Aufbau und die Sprache des Buches wissenschaftlichen Erfordernissen. Das mag erst mal etwas trocken und manchmal umständlich erscheinen, dennoch kann man sich durchaus an den analytischen und präzisen Schreibstil gewöhnen. Die gewonnenen Erkenntnisse dürften indes für die meisten SzenegängerInnen keine großen Überraschungen bereithalten, da hier ja untersucht wird, was wir in unserer Szene so treiben. Wer sich aber dafür interessiert, wie sich die Wissenschaft einer Musikszene nähert, welche Theorien es dazu gibt und welche Erkenntnisse dabei gewonnen werden, dem sei das Buch wärmstens empfohlen.


Sebastian Schilling

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