ReviewBuch

Band
DIE TOTEN HOSEN 
Kategorie
Buch 
Heft
RH #335 
Titel
DIE TOTEN HOSEN - AM ANFANG WAR DER LÄRM 
Erscheinungsjahr
2015 
Note

Philipp Oehmke
(Rowohlt Verlag)
 „Am Anfang war der Lärm“ ist zwar nicht das erste Buch über DIE TOTEN HOSEN – neben „Die Toten Hosen. Punkrock made in Germany“ von 1996 und „Die Toten Hosen“ von 2007 berichtete die Band bereits 1996 in „Bis zum bitteren Ende... Die Toten Hosen erzählen ihre Geschichte“ von ihren frühen Karrieretagen –, aber dennoch sehr lesenswert. Und das nicht nur, weil Autor Philipp Oehmke, der seit 2006 als Kulturredakteur für den „Spiegel“ tätig ist und die Band seit 1992 kennt, mit einem informativ-unterhaltenden Schreibstil überzeugt und seine Beobachtungen gelegentlich um seine eigene, nie aufdringlich wirkende Meinung ergänzt, sondern auch weil „Am Anfang war der Lärm“ mehr als nur eine Aneinanderreihung von historischen Fakten ist. Das 384-seitige Werk taucht tief ein in die Psyche der Düsseldorfer Combo und pendelt von Kapitel zu Kapitel zwischen frühen Karrieretagen, jüngerer Vergangenheit und Gegenwart. Es geht um Krisen, Tiefpunkte (z.B. das 1.000. Konzert), rauschende Erfolge, die das Quintett manchmal eher nachdenklich als glücklich machten, und die Einordnung einer Punkband in ihre Zeit. „Am Anfang war der Lärm“ kann man auch deswegen Lesern jenseits der typischen Fan-Klientel empfehlen, weil das Buch Einblicke in eine Dekade gibt, in der sich DIE TOTEN HOSEN erstmals gegen die beschauliche, heile Vorgarten-Welt der Nachkriegsgeneration auflehnten. Das Werk vereint perfekt nie zu klobig wirkenden Tiefgang und persönliche Nähe mit schrägen Punkrock-Anekdoten und kurzweiligen Blicken hinter die Kulissen einer der erfolgreichsten Bands Deutschlands.


Conny Schiffbauer

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