ReviewBuch

Kategorie
Buch 
Heft
RH #319 
Titel
Nothin´ To Lose - The Making Of KISS (1972-1975) 
Erscheinungsjahr
2013 
Note

Ken Sharp mit Paul Stanley und Gene Simmons
(!t Books)
Ken Sharp hat schon einige Male über KISS geschrieben (ebenso über Cheap Trick und die Beatles) und für diese knapp 600-seitige, bislang nur auf Englisch erhältliche Schwarte über 200 Interviews geführt, die – ergänzt um Archivmaterial – als „oral history“, also fortlaufender O-Ton-Text abgedruckt werden. Vor allem standen ihm Paul Stanley und Gene Simmons zur Seite. Aber auch der Rest der Gruppe und etliche Zeitzeugen von Business-Partnern über Bands (Ramones, New York Dolls, Aerosmith, Slade, Black Sabbath, Ted Nugent, Rush und alles, was sonst noch so durch die Siebziger kroch) bis hin zu Strategen, die KISS 1973 in irgendwelchen kleinen Clubs erlebt haben (wo findet man eigentlich 40 Jahre später solche Freaks?), erinnern sich an die Frühphase der Kapelle. Sogar Stanley und Simmons wirken authentisch und weniger selbstherrlich als sonst, obwohl natürlich eine gewisse Geschichtsglättung unüberlesbar ist. Dafür gibt´s Details, die bislang kaum ein Mensch kannte (Paul trug mal zwei Sterne als Make-up; Gene behauptet, das ´Detroit Rock City´-Riff sei auf seinem Mist gewachsen) und natürlich jede Menge Anekdoten: Gene kackt gerade in den Electric Lady Studios, als der blinde Stevie Wonder von einem Assistenten an ein Pissbecken geschoben wird, und die erste Fotosession der Band ging für ein schwules Pornomagazin über die Bühne. Warum sich Stanley mal absichtlich auf den Fuß gepinkelt hat, müsst ihr allerdings selbst lesen. On top kommen tonnenweise Bildmaterial, Flyer und Zeitungsausschnitte. Pflichtkauf für KISS-Nerds!


Jan Jaedike

AMAZONEMPFEHLUNG