ReviewBuch

Band
KISS 
Kategorie
Buch 
Heft
RH #308 
Titel
MAKEUP TO BREAKUP - MY LIFE IN AND OUT OF KISS 
Erscheinungsjahr
2012 
Note

Peter Criss mit Larry „Ratso“ Soman
(Scribner)
Ausgerechnet der in kreativer Hinsicht kaum relevante Peter Criss legt mit „Makeup To Breakup“ den bislang coolsten Karriererückblick eines KISS-Mitglieds vor. Weniger geschichtskittend als Gene Simmons und längst nicht so vergesslich wie Ace Frehley präsentiert der Drummer seine Sicht der KISStory. Hemmungslos schleudert er dem Leser Exzesse um die Ohren, die so mancher „seriöse“ Fan am liebsten gar nicht wissen will. Doch genau das macht den Reiz dieser mit diversen Fotos gewürzten 360 Seiten aus. Die Auf und Abs der Stanley-Simmons-Frehley-Criss-Besetzung kennt eh fast jeder Rockfan. Erst der en detail ausgebreitete Dreck sorgt für die nötige Geschmeidigkeit. Frehley wichst, wo er geht und steht, und ist ein völlig kaputtes Drogenwrack. Stanley kann verdächtig detailliert Schwänze zeichnen. Simmons hat nur ´nen kleinen Dödel, fickt dafür alles, was sich bewegt und ist auch sonst ein Schwein (hygienisch und zwischenmenschlich). Criss ist allerdings ebenfalls ´ne Arschgeige, zumindest sein Verhältnis zu Frauen, seine religiöse Heuchelei und seine Affinität zum organisierten Verbrechen betreffend. Immerhin hat er ein imposantes Gemächt, das er bis zu neunmal pro Nacht einlocht, und zieht sich Rockstar-gerecht täglich fünf Gramm Koks durch die Nase. Wer die ominöse Pussy-Gestapo ist und warum Ace auf der Reuniontour Gummihandschuhe dabei hatte, müsst ihr allerdings selbst lesen. Spaß macht „Makeup To Breakup“ jede Menge. Und es darf stark bezweifelt werden, dass Paul Stanley mit seinen demnächst erscheinenden Memoiren daran anknüpfen kann. Pflichtlektüre und im Frühjahr auch auf Deutsch erhältlich.


Jan Jaedike

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