ReviewBuch

Band
IN EXTREMO 
Kategorie
Buch 
Heft
RH #301 
Titel
Wir werden niemals knien: Die Geschichte einer unnormalen Band 
Erscheinungsjahr
2012 
Note

Wolf-Rüdiger Mühlmann
(Riva)
Wenn „Sterneneisen Live“ eine musikalische Standortbestimmung, eine Momentaufnahme in der Karriere IN EXTREMOs darstellt, dann ist „Wir werden niemals knien: Die Geschichte einer unnormalen Band“ der ungleich schwierigere Versuch, den Werdegang des Septetts mit all seinen Höhen und Tiefen bis zum heutigen Tag zu erfassen. In einer Zeit, in der das Internet jedermann sperrangelweit offen steht und Fans aus diesem Grunde ohnehin meinen, bereits alles über ihre Idole zu wissen, wohlgemerkt. Wozu braucht es da noch ein Buch? Ganz einfach: Weil eben doch noch nicht alles gesagt wurde, sich die Band aktiv in die eigene Biographie eingebracht hat, möglichst viele Interna preisgibt und der sich niemals anbiedernde, sondern ironisch-distanzierte Erzählstil Wolf-Rüdiger Mühlmanns „Wir werden niemals knien“ zu einem kurzweiligen Lesespaß macht.
Der Hofberichterstattung macht sich unser Wolf, der bekanntermaßen zu den größten Fans der Band zählt, jedenfalls zu keiner Zeile verdächtig, und man kann sich ziemlich sicher sein, dass IN EXTREMO genau das an ihm schätzen. Im Haifischbecken Musikbusiness haben sich die glorreichen Sieben nämlich eine Bandphilosophie erhalten, die nach wie vor von den Begriffen Authentizität, Respekt, Loyalität und Abenteuerlust definiert wird. Und diese Rock´n´Roll-Romantik transportiert „Wir werden niemals knien“ auf perfekte Art und Weise.

4 Fragen an IN EXTREMO-Bassist Kay Lutter:
Bei jeder DVD gibt es ein Kapitel mit „deleted scenes“. Gibt es auch in eurem Buch Passagen, die ihr aus bestimmten Gründen unter den Tisch fallen lassen musstet?
»Netter Versuch! Das ist bei einem Buch ja gerade das Hauptproblem, dass es bei den besten Geschichten leider immer jemanden gibt, dem man damit auf die Füße tritt. Aber es gibt ja auch noch ein Leben neben IN EXTREMO, und man sollte immer sehen, dass noch ein paar Freunde übrig bleiben.«
Warum habt ihr das Konzert in der Siegerlandhalle aufgenommen? Siegen ist ja nicht unbedingt die prestigeträchtigste Tour-Station.
»Das hatte logistische und auch technische Gründe. Außerdem haben wir an den drei Orten, die uns durch unsere Bandgeschichte am meisten bedeuten – Thüringen, Köln und Berlin – schon je eine DVD mitgeschnitten. In Siegen hatten wir die erste Hälfte unserer Tour bereits hinter uns und uns dementsprechend warm gespielt.«
Auf der Bonus-DVD gibt es eine Reportage über eure Teilnahme am “70.000 Tons Of Metal”-Festival zu sehen. Wie fiel denn eure erste Reaktion aus, als ihr erfahren habt, dass man euch für das Schiff buchen möchte? Gab es Berührungsängste? Oder habt ihr euch auf einen netten Kurzurlaub gefreut?
»Wir haben bekanntermaßen mit nichts und niemandem Berührungsängste, also war eine Schiffsreise mit 39 anderen Metalbands zuallererst ein grandioser Abenteuertrip mit Musik. Wir haben uns wahnsinnig über das Angebot gefreut, denn so etwas macht man wahrscheinlich nur einmal im Leben.«
Im Anschluss daran habt ihr noch zusammen mit Stratovarius in Mexiko gespielt. Wie war´s?
»Keine Ahnung, ganz ehrlich. Ich hab mir im Saal ein paar Songs angehört, aber von „zusammen spielen“ kann da natürlich keine Rede sein. Wir haben Amorphis im Hotel getroffen und uns die Garderobe mit Ophaned Land geteilt, was wirklich cool war. Ich hatte mir auf dem Schiff schon beide Konzerte der Israelis angesehen und finde die Band ziemlich interessant. Sie haben musikalisch ja einen ähnlichen Ansatz wie wir.« (tk)


Thomas Kupfer

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