ReviewBuch

Kategorie
Buch 
Heft
RH #297 
Titel
The Slayer Mag Diaries 
Erscheinungsjahr
2012 
Note

JON KRISTIANSEN
(Bazillion Points)
25 Jahre lang hat Jon Kristiansen, besser bekannt als „Metalion“, mit seinem „Slayer Mag“ den Extrem-Metal-Underground beherrscht. Das norwegische Qualitäts-Fanzine, das früher u.a. auch übers Rock Hard vertrieben wurde, gilt als wichtigster Begleiter der skandinavischen Black-Metal-Bewegung, weil es von Anfang (Bathory, Mayhem, Morbid) bis Ende (Watain) sehr intensiv dabei war. Jon ist ein Metalhead in den Vierzigern, der die Entwicklung des „Extreme Metal“ seit den Anfangstagen von Venom mitverfolgt und mitgelebt hat. Viele der Musiker, die er einst als Fan bewunderte, zählen heute zu seinen Freunden - allen voran die norwegischen und schwedischen Black-Metaller.
„The Slayer Mag Diaries“ enthält auf über 720 (!) reich bebilderten Seiten alle 20 „Slayer“-Ausgaben und somit alle legendären Interviews mit u.a. Bathory, Nihilist, Morbid, Mayhem, Emperor, Slayer, Celtic Frost, Nifelheim, Dissection, Gorgoroth, Watain, Darkthrone oder Immortal. Durch die Lebensgeschichte von Metalion und viele rare (teils farbige) Fotos bekommt dieser fette, gebundene Sammelband eine zusätzliche Dimension und erzählt die vollständige Geschichte des europäischen Black-, Death- und Thrash Metal aus sehr eigenwilliger Perspektive. Man kann sich jahrelang daran festlesen! Weitere Informationen unter: www.bazillionpoints.com

5 Fragen an Jon „Metalion“ Kristiansen:
Bitte stell dich mal kurz vor.
»Ich bin in den Siebzigern aufgewachsen und hatte einen älteren Bruder, der all die coolen Hardrock-Platten von UFO, Scorpions, Priest, Sabbath, Kiss, Mott the Hoople, Runaways, Thin Lizzy usw. besaß. Ich habe sie mir heimlich angehört und so Wurzeln im Hardrock geschlagen. Später kam die NWOBHM - und vor allem Venom - hinzu. Mein Geschmack wurde immer extremer, was sich am „Slayer“-Mag ja ganz gut nachvollziehen lässt. Müsste ich eine Lieblingsband nennen, dann wäre das wohl Bathory. Die ersten vier Platten sind absolut essenziell. Außerdem muss ich Sodom, Watain, Destruction, Nifelheim und Sadistik Exekution nennen. Meine Lieblingsband außerhalb aller Metal-Genres sind die Swans.«
Seit wann gibt es „Slayer“?
»1984 habe ich mit einem eigenen Fanzine begonnen, nachdem ich vorher bei einem Heft namens „Live Wire“ mitgeschrieben hatte. „Slayer“ sollte extremer werden. Die erste Ausgabe erschien im Februar ´85, damals auch noch mit einigen Mainstream-Metal-Artikeln.«
An welche Interviews erinnerst du dich besonders gerne?
»An mein erstes Destruction-Interview zum Beispiel. Ich war total nervös, aber Schmier war ein sehr cooler Interviewpartner. Er beantwortete meine Fragen, bevor ich sie überhaupt stellen konnte, hahaha! Weitere Highlights waren für mich die Interviews mit Morbid, Watain oder Necrovore.«
Was war die schlechteste Erfahrung in all den Jahren?
»Jedes Interview, das nicht beantwortet wurde. Aber besonders eine Geschichte, die mir mit Coroner passiert ist: Ich versuchte einen Kontakt herzustellen und ein Interview anzufragen, woraufhin sich ihr damaliger Manager meldete. Er meinte, die Band hätte so viele Interviewanfragen, dass sie nur noch welche gegen Geld führen könne. Ich sollte 20 oder 30 D-Mark überweisen, was ich nicht getan habe. Ich verstehe, dass (schriftliche) Fanzine-Interviews eine Menge Arbeit sind, aber dafür bezahlen würde ich trotzdem nie.«
Wie bist du auf die Idee gekommen, deine Fanzines als dickes Buch zu veröffentlichen?
»Die Idee hatte ich schon länger im Kopf. Der Verlag Bazillion Points aus New York, der einem alten Tapetrading-Kumpel von mir gehört, ließ sich darauf ein und half mir dabei, das Ganze professionell aufzuziehen. Mit dem Ergebnis bin ich hundertprozentig zufrieden - vor allem auch mit den zusätzlichen Infos, Texten und neuen Fotos.« (gk)


Götz Kühnemund

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