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Kategorie
Buch 
Heft
RH #203 
Note

Der Untertitel verheimlicht leider die Hälfte. "Got To Land Somewhere..." mag zwar in erster Linie ein Foto-Buch sein, begeistert aber noch mehr durch die ironischen (englischsprachigen) Linernotes von Lee Hollis (Spermbirds, Steakknife etc.), der ja schon des Öfteren sein schreiberisches Talent bewiesen hat. Die Neuauflage des inzwischen fünf Jahre alten 112-Seiters kommt als Paperback und sollte für preiswerte 11,90 Euro im Laden stehen. Die meisten Fotos stammen aus den Achtzigern. Die Szene ist inzwischen zehn Generationen weiter, und Truppen wie Alice Donut trauert niemand nach. Genauso wenig wird sich jemand dran stören, dass die Szene-Gestapo heutzutage stinkende Dreadlocks, selbstgedrehte Kippen, Karohemden, mottenzerfressene Kapuzenpullis und Bermuda-Shorts mit einem Jahr Zwangseinkauf bei "Humana" bestraft. Dennoch sind die Schwarzweiß-Fotos voller ungekünstelter Dynamik und völlig unabhängig von der musikalischen Qualität einiger geknipster Bands durchweg gut bis großartig. Helden wie Henry Rollins oder Ray Cappo haben ohnehin dem Zahn der Zeit souverän getrotzt.


Jan Jaedike

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