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RH #203 
Note

Irgendwie scheint der Schwarzkopf-Verlag im Moment ein Händchen für gut gemachte Fotobücher zu haben. Im vorliegenden Fall lässt man die Karriere von THE CLASH, einer der Vorzeigebands der Punk-Bewegung, Revue passieren. Bob Gruen war so integriert in die Band, dass er nicht nur frühe Gigs in kleinen Punk-Kaschemmen und die späteren Stadion-Shows auf Film bannte, sondern auch persönliche, intime Momentaufnahmen aus dem Touralltag.
Kaum eine andere Band der späten Siebziger drückte dieser Zeit ihren unverwechselbaren Stempel so auf wie Joe Strummer, Mick Jones, Paul Simonon und Topper Headon. Persönlicher Stil, gerade im Bezug auf Styling und Bühnenbild, wurde genauso groß geschrieben wie politische Attitüde, ohne aufgesetzt zu wirken - und gerade dieses Gefühl lässt Gruen in seinen Fotografien wieder lebendig werden. Vier (oder im Hinblick auf Strummers vorgerücktes Alter dreieinhalb) junge Engländer lassen alle Konventionen hinter sich, kümmern sich einen Dreck um bestehende Regeln und Normen und erfinden eine Musikrichtung, die sich anschickt, die Welt umzukrempeln. Gerade bei den alten Schwarzweiß-Fotos wird deutlich, welche Kraft hinter all dem steckte und in Musik, Kleidung und Haarschnitten bis heute weiterlebt, obwohl man bei manchen Aufnahmen ein Schmunzeln nicht unterdrücken kann, da viele damals provokante Ideen heutzutage eher alltäglich und normal wirken. Abgerundet wird das Buch durch vereinzelte Kommentare der beteiligten Personen zu einigen Bildern.
Da gerade im Punk-Bereich die Auswahl an Fotobänden nicht sehr weit gefächert ist, bekommt man hier trotz des nicht sehr punkrockigen Preises ein absolutes Referenzwerk, das mit seinen 288 großformatigen Seiten und über 350 Abbildungen keinen Vergleich zu scheuen braucht.
Kaufen kann man gute Musikbücher wie dieses in unserem Online-Shop unter www.rockhard.de.


Manfred Glamowski

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