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RH #203 
Note

Die Geschichte von BLACK SABBATH nach dem Ausstieg von Ozzy Osbourne ist eine einzig(artig)e Achterbahnfahrt. Konnte man mit Nachfolger Ronnie James Dio noch zwei echte Meilensteine ("Heaven And Hell" und "Mob Rules") schmieden, so verlor man sich in der Folgezeit zu oft in unseligen Bäumchen-wechsel-dich-Spielchen und Management-Streitereien. Klar, der eine oder andere Song aus dieser Phase hatte sicherlich Iommi-Format (z.B. die komplette "Born Again"-Scheibe... - mr), aber erst mit dem Einstieg des Ex-Alliance-Fronters Tony Martin kehrte mit der Kontinuität an der Sangesfront auch wieder die gewohnte musikalische Qualität ein. "The Eternal Idol" ließ bereits hoffen. Als dann noch Cozy Powell (R.I.P.) und Neil Murray zur Band stießen, erlebten Sabbath mit den starken Alben "Headless Cross" und "Tyr" ihren dritten (und bisher letzten) kreativen Frühling, bevor man mit dem erneuten Dio-Einstieg blind ins nächste Besetzungs-Chaos taumelte.
Das englischsprachige Buch "Never Say Die!" seziert akribisch genau die Sabbath-Ära der Jahre 1979 bis 1997 und liefert dabei eine ungeahnte Fülle an Informationen und Anekdoten. So erfährt der Leser z.B., wie Dio nachts im Studio heimlich seine Gesangsspuren lauter mischte oder warum Sharon Osbourne Herrn Iommi ein Päckchen, prall gefüllt mit Exkrementen, zuschickte. Lapidarer Kommentar der beiliegenden Karte: "Du musst noch jede Menge Scheiße fressen, bevor du in diesem Geschäft wieder ein Hit-Album hast!"
Autor Garry Sharpe-Young hält sich mit wertenden Einschüben erfreulich dezent im Hintergrund und lässt stattdessen vor allem die (nicht gerade wenigen) Protagonisten dieser Zeit, deren Werdegang auch über ihre Sabbath-Zugehörigkeit hinaus beleuchtet wird, ausführlich zu Wort kommen. Wer beim Thema BLACK SABBATH mitreden möchte, sollte dieses tolle 400-Seiten-Buch gelesen haben.


Mike Borrink

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