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Buch 
Heft
RH #192 
Note

SS DECONTROL, GANG GREEN, THE FREEZE, SLAPSHOT, JERRY'S KIDS, BULLET LAVOLTA, LEMONHEADS und und und. Im Bereich Hardcore, Punk und Alternative-Rock war Boston speziell in den Achtzigern eine der weltweit besten Adressen. Der Titel dieses Buchs ist an den legendären "This Is Boston Not L.A."-Sampler angelehnt und illustriert bereits die Konkurrenz-Situation zwischen Boston und den Big-Apple-Corelern, die sich völlig zu Unrecht gern als das Hardcore-Mekka überhaupt feiern ließen. Dieser Kleinkrieg und die Gewalttätigkeit der Boston-Straight-Edge-Posse ziehen sich wie ein roter Faden durch die knapp 180 Seiten.
Das Buch gliedert sich zu gleichen Teilen in ein detailliertes Band-Lexikon, das glücklicherweise etwas weniger trocken ausgefallen ist als frühere Werke aus dem I.P.-Verlag und eine Interview-Sektion. Am Start sind hier neben diversen Musikern Gesprächspartner wie Curtis Casella von Taang! Records und Fanzine-Schreiber Al Quint, aber auch Herrschaften, die die Szene von Deutschland aus beobachtet haben (Moses "Zap" Arndt, MAD Marc Nickel).
Das Ganze ist mit 'ner Menge Cartoons, Flyern und Fotos aufgelockert. Da der Lexikonpart, wie immer beim I.P.-Verlag, äußerst penibel abgehandelt wird, finden sich neben den üblichen Verdächtigen auch Acts, die sich kommerziell betrachtet mit einem Kultstatus zufrieden geben mussten (DEEP WOUND, DYS, SIEGE) oder völlig obskur blieben (UNNATURAL AXE, VILE).
"This Is Boston Not New York" ist somit absolut empfehlenswert. Irritierend ist allerdings, dass nationalistische Ausfälle einiger Bands gern unter dem Banner der Ironie schöngeredet werden (was ja schon bei S.O.D. ein fataler Trugschluss war) und dass sich die Rechtschreibreform immer noch nicht bis zum I.P.-Verlag herumgesprochen hat.
Kontakt: pages@ip-verlag.de oder auch www.rockhard.de


Jan Jaedike

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