ReviewBuch

Kategorie
Buch 
Heft
RH #188 
Note

Dass Paul Di´Annos Autobiographie kein harmloses Lesevergnügen werden würde, war jedem klar, der den Ex-Iron-Maiden-Shouter schon mal ?in Aktion? erlebt hat. Und damit sind nicht etwa die frühen Killer-Auftritte der Eisernen Jungfrauen gemeint, sondern Pauls Backstage-Exzesse, gewisse Party-Gewohnheiten oder Hotelzimmer-Orgien. Ich erinnere mich z.B. an ein auf die Namen Kupfer/Kühnemund gebuchtes Doppelzimmer in L.A., das nach einem, ähem, Besuch von Paul Di´Anno nicht wiederzuerkennen war...
Der gute Päule war also noch nie ein Kind von Traurigkeit - allerdings auch kein durchgeknallter Killer, wie man anhand dieses Schinkens meinen könnte. Die 350 Seiten lang aufgelisteten Groupie-, Drogen- und Gewalt-Exzesse sind mit Sicherheit stark überzeichnet, wenn nicht gar zum Teil komplett erfunden. Würde alles, was Di´Anno hier erzählt, tatsächlich der Wahrheit entsprechen, könnten alle anderen ?Bad Boys? - Led Zeppelin, Mötley Crüe, Aerosmith, die Onkelz, Motörhead und die Hells Angels - einpacken, und ?The Beast? wäre schon vor zehn Jahren erschossen worden.
Man sollte dieses Buch (das leider relativ wenig von den Maiden-Anfängen erzählt) also mit dem nötigen kritischen Abstand lesen - um dann selbst zu entscheiden, ob Di´Anno ein sympathischer Spinner, ein gefährlicher Irrer, ein fehlgeleiteter Rockstar oder schlicht ein armes Schwein ist.


Götz Kühnemund

AMAZONEMPFEHLUNG

 
 

Diese Seite verwendet Cookies. Erfahrt in unserer Datenschutzerklärung mehr darüber, wie wir Cookies einsetzen und wie Ihr Eure Einstellungen ändern und Cookies deaktivieren könnt. Darüber hinaus verwenden wir Cookies Dritter für die Einbindung audiovisueller Inhalte durch Youtube, Spotify und Soundcloud. Dem könnt ihr hier zustimmen oder dies ablehnen. Datenschutzerklärung ansehen