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Heft
RH #187 
Note

Wenn sich eine Jugendforscherin den Metal vornimmt, ist schon mal Vorsicht angesagt. Elke Nolteernsting macht zwar nicht den Fehler, sich streng wissenschaftlich und somit furztrocken der Szene zu nähern, geht aber immer noch mit einer unüberlesbaren Distanz und nur minimal unterhaltsam zu Werke. Basis des Buchs sind Interviews mit einer illustren MusikerInnen-Mischung von Chris Caffery (Savatage), über Ice-T bis zu Doro Pesch. Diese Herr- und Frauschaften äußern sich innerhalb diverser Abhandlungen der Autorin zu verschiedenen Themen. Es geht u.a. um die ersten musikalischen Gehversuche, Sex, Drogen, Rock'n'Roll und Fans. Gerade bei Themen wie Sex und Drogen ist es mir ein echtes Rätsel, wie es Elke Nolteernsting schafft, aus keinem der Befragten etwas Interessantes, Provokantes oder schlichtweg prollig Unterhaltsames heraus zu kitzeln. Alles bleibt an der Oberfläche und langweilt schnell. Dabei wären gerade Inhalte abseits der üblichen Magazin-Interviews die Möglichkeit gewesen, MusikerInnen was anderes als das übliche Standard-Gelaber zu entlocken. Einzig das Thema Frauen im Metal liegt der Autorin etwas besser.
Außerdem hat "Heavy Metal - Die Suche nach der Bestie" scheinbar schon einige Zeit auf dem Buckel, wodurch sich gruselige Szenarien auftun. So ist z.B. Blaze Bayley noch bei Iron Maiden, und Crematory gibt's nach wie vor.
Fotos sind reichlich am Start. Es handelt sich jedoch meist um Promo-Pix oder eher durchschnittliche Shots. Hier findet sich übrigens auch ein gewisser Christian Clementi, genannt Bruder Cle, der gewohnt peinlich posiert, wovon wir allerdings schon genügend Bilder im Rock Hard haben. Das einzig wirklich Coole auf den 128 Seiten ist die Liste mit Obrigkeits-Auflagen für Rockbitch-Konzerte ("Unzulässig ist das Einführen von Gegenständen in die Vagina", "Unzulässig sind Manipulationen an oder im Geschlechtsteil mit Händen oder Gegenständen" etc.). Aber die sind lediglich von deren Homepage gezogen. Unnötig!


Jan Jaedike

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