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Kategorie
Buch 
Titel
BURN OUT (Bench Press Publishing) 
Note

Frank Gotthardt, Sänger/Bassist der Schwabenrocker Loonatikk (letztes Album: „Devildance The Killerrokk“, Review in Heft 163) und selbst ernannter „Rumtreiber vor dem Herrn“, legt mit „Burn Out“ seine vierte autobiografische Roadstory im Taschenbuchformat vor.
In derber und rasanter Sprache (Grammatik ist was für Weicheier) geht´s zunächst mit dem Auto durch Deutschland, bevor Gotthardt uns mitnimmt auf eine Reise quer durch die USA. Aber nicht die Glitzerwelt ist sein Thema, sondern das Leben am Rande der Gesellschaft, die unterste Sohle. Auf 111 Seiten erzählt er von schäbigen Absteigen, Alkohol-Exzessen, Schmuddel-Sex („Leidenschaft hinterlässt Schleimspuren“) und Gewalt und lässt dabei kein noch so negatives Bild aus. Im steten Bemühen, die Wohlstandsgesellschaft zu kritisieren und seine Stellung als Outlaw zu unterstreichen („Das leichte Leben ist mir zu schwer“, „Zwischen mir und der Welt klafft eine Wunde“), schafft er es manchmal fast, einen runterzuziehen. Zwischendurch blitzt aber immer wieder Hoffnung auf („Es gibt Momente, da hab ich Wärme für alle Menschen (...)“), oder er bekennt sich zumindest zu seinen Sehnsüchten, etwa wenn er, „halb verrückt vom Alleinsein“, Selbstgespräche führt. Doch meistens kehrt er den harten Typen raus, was jemanden, der grundsätzlich positiv denkt, schon mal nerven kann.
Trotzdem ist „Burn Out“ (15 DM) ziemlich unterhaltsam, streckenweise komisch und am Ende eben sehr persönlich und dadurch legitim.
Gotthardts Bücher und andere (Musik-)Underground-Literatur gibt´s im Buchhandel oder bei Bench Press Publishing, Lindenstr. 20, 72582 Grabenstetten (Homepage: www.benchpress.de).


Andreas Herz

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