ReviewBuch

Kategorie
Buch 
Titel
ANDRÉ AUGUSTINE - GUARDIAN OF THE GODS (Monkey Boy Media; IS 
Note

Der titelgebende "Göttergarde" André Augustine war jahrelang Security-Chef für diverse Show-Biz-Größen. Das bislang nur im amerikanischen Original erhältliche Buch liefert einen Blick hinter die Kulissen des Musik-Geschäfts im allgemeinen, enthält aber auch einige mehr oder minder interessante Anekdoten - z.B. über Run D.M.C., die auf Tour jeden Abend Socken und Unterwäsche in den Müll schmeißen und nach fabrikneuem Nachschub verlangen. Dem Abschnitt über die Jobs mit weiteren Rap-Acts wie Public Enemy und N.W.A. folgt schnell die relevantere Rock-Sektion, die sich speziell mit Aerosmith, Bon Jovi und vor allem Kiss beschäftigt. Auch ohne das Schmutzigewäschewaschen in den Vordergrund zu stellen, bastelt Autor Rodgers aus Andrés Erinnerungen zusammen, daß deren schwach besuchte ´92er "Revenge"-Tour ein Desaster war, mit dem Kiss aufgrund ihrer hohen Garantie-Gagen diverse Promoter in den Ruin trieben, daß die Reunion des alten Line-ups keineswegs spontan, sondern jahrelang vorbereitet war, daß on the road in Ace Frehleys Hotelzimmer vorab die Mini-Bar um sämtliche Alkoholika erleichtert wurde, da der Herr keineswegs trocken und auch sonst völlig verpeilt war und sogar beim Schminken einschlief, daß Paul Stanley auf dem rechten Ohr taub ist und und und. Amüsant ist auch, daß auf der "Revenge"-Tour die beiden Kiss-Angestellten Bruce Kulick und Eric Singer täglich Essensgeld ausgezahlt bekamen und sich besonders Eric einen Sport daraus machte, möglichst oft mit der Crew zu speisen und sich zusätzlich ein Lunchpaket einzustecken, um die gesamte Kohle zu sparen. Bandchef Gene Simmons strich daraufhin das Essensgeld (kein Scherz!).
Dazu kommen 90 Bilder, darunter allein 32 Seiten mit Farbfotos (die allerdings im uns vorliegenden Andruck noch fehlen).
Trotzdem hat "Guardian Of The Gods" ein Problem. Der Schreibstil der Schwarte ist bieder und oft arschkriecherisch, die Vielzahl inhaltlicher Wiederholungen nervt und die großen Enthüllungen fehlen völlig. Z.B. wurde im Vorfeld der Veröffentlichung damit die Werbetrommel gerührt, hier würde der wahre Grund verraten, weshalb Peter Criss bei einem Kiss-Gig durch seinen Drum-Roadie ersetzt wurde. Auflösung: Herr Criss war krank. Tolle News, Leute.


Jan Jaedike

AMAZONEMPFEHLUNG