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Kategorie
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Titel
Lexikon der Rockgitarristen (Lexikon Imprint Verlag) 
Note

Wie heißt es doch so schön im Abschnitt über Led Zeppelin-Maestro Jimmy Page in Anspielung auf ein anderes Muckerlexikon: „As long as people drink too much and lose their last piece of mind - they will pollute books with such a foolish nonsense.“ Stimmt absolut und trifft auf die Verfasser des ansonsten komplett in deutsch verfaßten „Lexikons der Rockgitarristen“ völlig bedingungslos zu. Die Herren Rudolf & Schäfer, die ansonsten auch gerne mal in eigentlich ganz netten Postillen wie taz, Titanic, Kommune und Konkret auftauchen, schaffen es - ob im volltrunkenen Zustand oder nicht, sei mal dahingestellt -, auf fast 350 Seiten mit kaum mehr als ´ner Handvoll Fakten ´ne Unmenge an Griffbrettschmirglern vorzustellen. Daß die beiden sich gerade im harten Rockbereich ziemlich gut auskennen, ist offensichtlich, nutzen tut´s dem Leser allerdings nüscht, denn außer den Betätigungsfeldern des jeweiligen Musikers erfährt man kaum was Solides. Stattdessen suhlen sich die Autoren arg selbstverliebt in typisch deutsch-alternativem, locker-flockigem Belustigungs-Geschwafel, das jedoch leider den beißenden Sarkasmus eines Wischmeyer oder die Pointiertheit eines Droste völlig vermissen läßt und eher nach dem - durchaus von hoher sprachlicher Begabung zeugenden - pseudozynischen nächtlichen Kräutertee-Dialog zweier abgebrochener Langzeitstudenten klingt, die völlig erfolglos versuchen, aus der angeblich so unerträglich penetranten Dummheit und technischen Unfähigkeit eines Großteils der weltweiten Gitarren-Armee einen Grimme-Preis-tauglichen Wälzer zusammenzuhäkeln. Liest sich im Endeffekt nur selten unterhaltsamer als die Rezension, durch die ihr euch gerade quält, und als ernstzunehmendes Lexikon taugt diese Aneinanderreihung von angerissenen Halbwahrheiten und sprachlichen Birkenstock-Fabulierspielchen schon mal gar nicht.


Michael Rensen

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