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Titel
Bis zum bitteren Ende... Die Toten Hosen erzählen ihre Gesch 
Note

Wer wäre wohl besser geeignet, die wildbewegte Bandgeschichte der Toten Hosen zu erzählen, als die Hosen selbst?
Und da die Kapelle demokratisch bis zum Abwinken ist, darf jede Haupt-, Neben- und Ex-Hose ihren persönlichen Senf dazutun. Doch das Konzept des organisierten Chaos´ geht auf; statt chronologischer Auflistung der Ereignisse, die die Toten Hosen bis an die Spitze der deutschen Charts führten, gibt es Punk Fiction satt. Zwar kommt auch die geschäftliche Seite des harten Musikbusiness nicht zu kurz (von den Tips, wie man selbst Plattenfirmenriesen austrickst, kann jede Jung-Band noch was lernen), aber ansonsten gibt es Sex´n´Alk´n´Rock´n´Roll pur.
Da geht´s manchmal zu wie im alten Babylon (und wir dachten, du kommst aus Solingen, Barbaaara... - Red.), und man staunt, daß die wackeren Düsseldorfer Jungs überhaupt noch unter uns weilen bzw. es zwischen den Gelagen der Hosen-Steinzeit noch auf die Reihe bekommen haben, Konzerte zu geben und Platten zu veröffentlichen. Doch irgendwann schnallt es jeder: Zuviel des Guten in Sachen Drogen & Alkohol macht auch die beste Band kaputt. Da muß man sich schon entscheiden was wichtiger ist: Karriere oder Koks. Das Ergebnis der „Konferenz vom Baldeneysee“ macht zur Zeit mal wieder die einheimischen Bühnen unsicher.
Da ist dann ein sportlicher Ausgleich ganz wichtig. Entweder aktiv, wenn Campino auf Bühnendächern oder in Lichtanlagen herumkraxelt, oder passiv als Fortuna Düsseldorf-Fans. Topaktuell ist in diesen Tagen auch die Hosen-Tour-Olympiade mit einem ausgeklügelten Punktesystem in den Disziplinen Bester Kotzer, Tour-Depp und Sex-Liga. Wer wissen will, welche Hose was gewonnen hat, muß schon selber nachlesen.


Barbara Stiller

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