ReviewArschbombe

Band
UNHERZ 
Kategorie
Arschbombe 
Heft
RH #281 
Titel
Unherzlich willkommen 
Note
1.0 

Massacre/Soulfood (41:33)

Die Studentenquote unter den Böhse-Onkelz-Fans mag zwar nicht rekordverdächtig hoch liegen, aber für dumm verkaufen lassen sie sich trotzdem nicht. Genau das versuchen UNHERZ, die laut ihrem lachhaften Infowisch neben der Weidner-Zielgruppe wegen ihrer vermeintlich provokanten Texte auch Fans der Hosen ansprechen sollen und obendrein angeblich härter als Frei.Wild sind. Aua! Die musikalische Hausmannskost besitzt die Raffinesse eines Doseneintopfs und wird noch nicht mal lauwarm serviert. Der zahnlose, holprige Rumpel-Rock mit seinem gegrölten Sprechgesang tut an sich schon verdammt weh, aber erst in Verbindung mit den unterirdischen Texten möchte man so lange schreien, bis die Schmerzen endlich aufhören.
Der Bandname und der Albumtitel geben ja schon mal einen Vorgeschmack auf die lyrischen Qualitäten der Rheinland-Pfälzer, aber viel schlimmer als die ganzen Stilblüten („Schmutzig Liebe machen“? FICKEN heißt das, ihr Vollpfosten!) ist die ekelhaft berechnende Art, mit der sich die Band plump als Sünder glorifiziert und selbstgefällig als Retter der Verlierer inszeniert (´Therapie´). Zudem wirken die Texte allesamt völlig unglaubwürdig und am Reißbrett entworfen. Hier spricht keiner aus dem Leben, sondern vertont „Bild“-Zeitungs-Schlagzeilen über Amok laufende Schüler oder kirchliche Kinderschänder („Missbraucht auf dem Altar/Die Bestie im Talar“). Als Tiefpunkt der kommerziellen Anbiederung gibt´s dann noch einen WM-Song, der vor Dummheit nur so strotzt. UNHERZ wollen den Südafrikanern „die Bananen klauen“, wissen aber noch nicht mal, wie der Pokal richtig heißt. Na ja, Hauptsache „Schwarz-Rot-Gold“ kommt schön laut drin vor...


Marcus Schleutermann 1.0

AMAZONEMPFEHLUNG