ReviewArschbombe

Band
FEUERSCHWANZ 
Kategorie
Arschbombe 
Heft
RH #243 
Titel
Met & Miezen 
Note
1.0 

Früher hatte Comedy mal was mit Humor zu tun, aber wie nicht zuletzt das unsägliche Freitagsprogramm von Sat.1 zeigt, muss dieser Begriff heutzutage für jeden drittklassigen Dreck herhalten. Daher verwundert es nicht, dass auch die minderbemittelten Mittelalter-Rocker FEUERSCHWANZ meinen, sich groß „Comedy“ auf die Fahnen schreiben zu können, obwohl ihre plumpen Doppeldeutigkeiten und zotigen Texte wohl noch nicht mal einen Stammtisch nach acht Herrengedecken amüsieren würden. Dass sich die Franken, deren Wurzeln bei den Merlons und Fiddler´s Green liegen, auf J.B.O. beziehen, ist durchaus nachvollziehbar, aber „Die Ritter der Kokosnuss“ als Referenz anzuführen, müsste mit einem kollektiven Tripper für die gar lustig benannten Protagonisten Johann von der Vögelweide, Sir Lanzeflott und Ronja Hodenherz bestraft werden.
Apropos Ronja: Laut dem Intro ´Es war einmal...´ wird die Sauflust der Flötistin nur noch von ihren Blasfertigkeiten übertroffen. Zwinker, zwinker, knick knack, sie wissen schon! Auch die Idee, alle Schandmaul-Texte rückwärts zu furzen, ist ein Brüller - muahahahaha! Dumm nur, dass die wilden, schmutzigen Gelage, die plakativ propagiert werden, seelenlos-steril wirken - und dass Schunkelschlager wie ´Ra Ra Rattenschwanz´, ´Lied vom Haufen´ oder ´Der Barbier´ locker auch im Musikantenstadl laufen könnten. Lediglich das halbwegs gelungene Titelstück (dafür zumindest einen Punkt!) sowie der Sisters-Of-Mercy-Rip-off ´Der Glöckner´ besitzen eine für Rock angemessene Grundhärte.
Daher eignet sich „Met & Miezen“ nur für Leute, die den „Blauen Bock“-Wirt Heinz Schenk für das ultimative Party-Animal und Fips Asmussen für die Lichtgestalt des Humors halten.


Marcus Schleutermann 1.0

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