ReviewArschbombe

Band
WITT 
Kategorie
Arschbombe 
Heft
RH #225 
Titel
Bayreuth III 
Note
2.0 

(48:41)
Lieber Joachim! Eigentlich sollte an dieser Stelle eine wohlwollende Kritik deines neuen Albums „Bayreuth III“ stehen. Ich hatte mich gut auf das Review vorbereitet, mein Großhirn in weiser Voraussicht abgeschaltet und legte frohen Mutes deine neue CD in meinen Player. Es sollte der schlimmste Tag meines Lebens werden!
Schon der Titel des Openers ´Ahhh´ bringt auf den Punkt, was meine Nervenbahnen dachten, als sie zum ersten Mal mit der pseudopoetischen Finesse deiner Texte konfrontiert wurden. Du hast dir wirklich ganz doll viel Mühe gegeben, als du die Zeilen „irgendwann mal stopf ich den Schmutz“, „ich fang den Schuss mit meinem Gehirn“ und „aus dem Schlaraffenland entführt und geisteskrank“ komponiert hast, mh? Wenn du mit elitär-verschrobener Attitüde von „heiß kriechendem Teer“ oder „Tränen, die ins weiße Licht fliegen“ halluzinierst und das Ganze mit stumpfen Discobeats, einfallslosen Riffs und billigen Synthesizer-Klängen unterlegst, bleibt die Frage, warum dir die talentfreie Trällerelse, die mal engelsgleich zirpend, mal debil brabbelnd im Hintergrund agiert, nicht direkt den Todesschuss gesetzt hat, als du mit dem Konzept von „Bayreuth III“ ankamst.
Zugegeben, ein paar schicke Ohrwurm-Refrains hast du durchaus im Programm. ´Menschen´, der Remix von VNV-Nations ´Wo versteckt sich Gott´ und ´Ich spreng den Tag´ dürften jede Dorfdisco zum Beben bringen. Meine Gehirnsynapsen hast du auf jeden Fall schon fest im Griff. Nach drei CD-Durchläufen betreiben die nämlich Zirkeltraining und singen dazu kölsche Weihnachtslieder.
Lieber Joachim! Bitte sag deinem Pfleger, dass er morgen mit dir zum Arbeitsamt fahren soll. Du brauchst dringend einen neuen Job.


Conny Schiffbauer 2.0

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