ReviewArschbombe

Band
MORTUARY DRAPE 
Kategorie
Arschbombe 
Heft
RH #212 
Titel
Buried In Time 
Note
3.0 

(59:38)
Man hält es nicht für glaubt man kaum: Aber scheinbar ist das Schleichen durch endlos lange Gänge der Baumärkte nicht nur hier zu Lande, sondern auch in Italien ein beliebtes Hobby. Als letzter Schrei gilt gerade in der stiefelländlichen Metalszene der Setzbaukasten Kultband basteln leicht gemacht! (auf Italienisch: Construire delizioso capella - sordo idiota - oder so ähnlich). Uns liegt die Inventarliste dieses Zwei-Euro-Schnäppchens (damals ca. 4.000 Lire) vor:
* angebliche Demos, die mindestens 15 Jahre alt und streng auf null bis eins Exemplare limitiert sind und im Underground wie eine Bombe
eingeschlagen sein sollen
* ein Backkatalog von satten fünf Alben, die samt und sonders so
unterirdisch schlecht sind, dass sie sich keiner freiwillig anhört - bis auf die Freundinnen und besten Kumpels der Bandmitglieder sowie eine Hand voll Fanzineschreiber, die den Mist in den Himmel loben
* ein übrig gebliebenes Gründungsmitglied, das die Combo halbwegs
authentisch macht und möglichst ein selten dämliches Pseudonym wie z.B. Wildness Perversion spazieren trägt
* neue Mitglieder, die ebenfalls mies an ihren Instrumenten rumpeln und mit noch blöderen Pseudonymen ihren Chef toppen wollen - in diesem Falle Seeker Of The Unknown und Cruel Abbot (heißt in etwa so viel wie
scheußliche Toilette)
* ein Labelchef, der wegen der unzähligen Presseverrisse zum
Vorgängeralbum Trolling 13 Knell jene Jaucheplatte als kontrovers
hochstilisiert
* ein aktuelles Album namens Buried In Time, das nicht minder
holprigen, stinklangweiligen und fürchterlich uninspirierten
Black/T(h)rash ausdünstet
* und schlussendlich die unverschämte Behauptung, dass dieses jahrelange Stagnieren auf der untersten Talentstufe etwas mit konsequenter Stiltreue zu tun habe.
Scheiß Baumärkte.


Wolf-Rüdiger Mühlmann 3.0

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