ReviewArschbombe

Band
THE PRODIGY 
Kategorie
Arschbombe 
Heft
RH #210 
Titel
Always Outnumbered, Never Outgunned 
Note
3.0 

(58:16)
Eine Überdosis eines verseuchten Drogencocktail in Verbindung mit einem stundenlangen Amoklauf und Erste-Hilfe-Tatütata wünscht man keinem. Erniedrigung und Folter auch nicht. Eine schlimme Kindheit, eine schmerzhafte Krankheit oder sonstige psychische Höllenqualen ebenfalls nicht. Aber, um ehrlich zu sein, nach dem erstmaligen Erdulden von „Always...“ hätte ich Liam Howlett lieber eine dieser fürchterlichen Grenzerfahrungen gegönnt als das private Glück, welches zugelassen hat, dass der Songschreiber von Großtaten wie „Music For A Jilted Generation“ und „The Fat Of The Land“ seine neue Platte überwiegend urgemütlich im Bett verbrechen konnte. Im Bett! Ficken, fressen, fernsehen. Das konnte nicht gut gehen.
Sieben Jahre nach „The Fat Of The Land“ kommt Howlett mit selbstgefälliger, zu Tode relaxter Mistkacke daher, die bis auf zwei Ausnahmen (´Spitfire´ und ´Hotride´) absolut nichts mit der elektro-innovativen Radikalität und punkigen Fuck-off-Attitüde gemein hat, welche THE PRODIGY zu den berühmtesten Computer-Beat-Terroristen der Welt gemacht hatten. Dass ein dünnbrettbohrender Scheißpilz wie Liam Gallagher als Gastsänger bei einem Stück mitmachen durfte, sagt eigentlich schon alles. Hinweg!


Wolf-Rüdiger Mühlmann 3.0

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