ReviewArschbombe

Band
ANKH 
Kategorie
Arschbombe 
Heft
RH #194 
Titel
Expect Unexpected 
Note
1.0 

(55:48)
"My head is in a cloud of plans" heißt es in ´You And Me´, und diese wunderbar anschauliche Metapher wird von den polnischen Proggies dermaßen virtuos vertont, dass man vor lauter Wolken und Plänen gar nicht mehr weiß, wo einem der Kopf steht. ANKH selbst haben den Überblick scheinbar ebenfalls verloren, denn das Quartett hat nicht nur ein geradezu absurdes Anspruchsdenken, das seinen bescheidenen Fähigkeiten in keinster Weise gerecht wird, sondern schwankt auch zwischen biederer Vorhersehbarkeit und experimentellem Drogenwahn. So gibt es wahlweise entweder kitschigen Keyboard-Kleister aus dem 08/15-Eimer oder aber Synthies auf LSD, deren wirres Gefiepse nur noch von der Blockflöte übertroffen wird, die in ´Moonlight Drive´ und ´Loop Slow Vocal Mix´ den Höhepunkt des Wahnsinns markiert und so klingt, als ob Troubadix sie nach einer Überdosis Zaubertrank völlig enthemmt zu stimmen versucht. Da passt es ins Bild, dass die monotonen Vocoder-Vocals zumeist schief ausfallen, obwohl sie eher gesprochen als gesungen sind.
Gut gemeint ist das Gegenteil von gut gemacht, heißt es, und genau das trifft im Falle von ANKH zu. Expect nothing.


Marcus Schleutermann 1.0

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