ReviewAlbum

Band
AURA NOIR 
Kategorie
Album 
Heft
RH #373 
Titel
Aura Noire 
Erscheinungsjahr
2018 
Note
8.5 

Indie/Soulfood (32:33)
AURA NOIRs Markenzeichen ist die pure Art, mit der sie Songs schreiben und authentisch klingen lassen - so könnte auch „Aura Noire“, das sechste Studioalbum des 1993 gegründeten Trios um Aggressor (Virus, ex-DHG, ex-Satyricon, ex-Ulver) und Apollyon (ex-Immortal, ex-DHG), komplett in den frühen Neunzigern irgendwo in Norwegen entstanden sein. Schon mit ihrem Debüt „Black Thrash Attack“ haben sie 1996 einen Weg eingeschlagen, der (wie der Titel vermuten lässt) Old-School-Thrash-Metal mit der Messerschärfe, Kälte und Rohheit des skandinavischen Black Metal der neunziger Jahre verbindet, und da knüpft auch „Aura Noire“ an. Zwar bleiben „Black Thrash Attack“ und „The Merciless“ meine Favoriten, aber „Aura Noire“ überzeugt wieder deutlich mehr als sein Vorgänger „Out To Die“. Ob absoluter Highspeed-Thrash in klassischer Aggressor-Manier (´The Obscuration´) oder Midtempo-Thrash mit deutlich stärkeren schwarzen Nuancen, creepy-atmosphärischen Instrumental-Parts und Apollyons starken, rotzigen und einfach „evil“ Vocals (´Hell´s Lost Chambers´) - AURA NOIR lassen durch ihre unverwechselbare Energie und Kompromisslosigkeit jedes Old-School-Herz höher schlagen. Gleich noch mal hören!


3 Fragen an AURA NOIR-Tausendsassa Apollyon:

Apollyon, wie kam´s zum Namen fürs fast selbstbetitelte neue Album?

»Vom ersten Tag an, wirklich seit der Veröffentlichung unseres ersten Albums, hören wir von den Franzosen, dass hinter AURA NOIR ein „E“ gehört, weil „Aura“ ein feminines Wort ist - seitdem hatten wir Angst, in Frankreich nie erfolgreich zu werden (lacht). Wir fanden es außerdem ganz cool, einen kleinen Twist aus unserem Namen zu machen. Am Anfang fiel es uns schwer, uns auf einen Titel zu einigen, wir dachten erst daran, einen der Songtitel zu verwenden, aber es wollte irgendwie nicht klappen. Irgendwann waren wir betrunken auf dem Weg zu einem Konzert, und da habe ich das angeblich vorgeschlagen. Als ich den Titel im Januar noch mal sah, meinte ich zu den anderen nur, dass ich den echt cool finde. Die haben mich daraufhin aufgeklärt, dass das wohl mein Vorschlag war (lacht).«

Du hast „Aura Noire“ selbst gemixt, richtig?

»Ja. Der Sound ist roher, manch einer hat ihn schon mit dem Sound auf „Deep Tracts Of Hell“ verglichen. Ich finde aber, der Sound hier ist etwas besser oder zumindest wieder ein Schritt in die richtige Richtung. Wir wollen keinen Sound mehr, der zu gut klingt. Wenn du ins Studio kommst und am Ende den Mix anhörst und es nicht so klingt, wie du es dir vorgestellt hast, du aber auch nicht das Budget hast, noch mal alles komplett neu abmischen zu lassen, lässt dich das schon etwas unzufrieden zurück. Deswegen habe ich nach der Veröffentlichung von „Out To Die“ eine Soundtechniker-Schule besucht, um zumindest die Basics zu lernen. Ich hatte schon jahrelang ein eigenes Studio, habe mich aber nie sicher genug gefühlt, um wirklich ein Album zu mixen. Jetzt ging´s aber, und wir haben zumindest das Gefühl, dass es wieder in die richtige Richtung geht.«

Seit „Out To Die“ habt ihr sechs Jahre vergehen lassen. Arbeitet ihr einfach gerne in Ruhe, oder ist das auch ein Statement gegen die immer schnelllebigeren Prozesse innerhalb der modernen Musikindustrie?

»Ich glaube nicht, dass wir mit der Musikindustrie von heute so vertraut sind, wir kommen ja eher aus der alten Schule. Es ist eher die Folge eines natürlichen Prozesses: Wir leben weit weg voneinander, sind keine Millionäre und können uns deshalb auch nicht jeden Tag treffen. Dafür haben wir uns aber z.B. in Portugal ein kleines Sommerhaus gemietet, um da aufzunehmen, als wir sowieso ein paar Shows dort gespielt haben. Zurück in Norwegen, haben wir uns das Aufgenommene angehört und ein Jahr später das Gleiche im Studio eines Freundes in Bukarest gemacht. Dazu kam, dass unser Live-Drummer, der nach „Out To Die“ bei uns eingestiegen ist, vor den Albumaufnahmen wieder aussteigen musste, sodass ich wieder hinter die Drums musste, und all das hat Zeit gekostet. Ist halt nicht mehr so wie damals, als wir 20 waren, jede Woche geprobt und Aufnahmen von der Probe gemacht haben und Woche für Woche gemeinsam an den Ideen arbeiten konnten. Jetzt ist die nächste Probe in einem Jahr, und dann kannst du deine neuen Ideen präsentieren (lacht).«


Mandy Malon 8.5

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